Politik

Grundlegende Werteorientierung Bayern führt "Islamischen Unterricht" ein

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Bayern überführt den Modellversuch zum "Islamischen Unterricht" in den Regelbetrieb.

(Foto: picture alliance / HMB Media/Oliver Mueller)

Nach mehr als einem Jahrzehnt Erprobung gibt es in Bayern demnächst ein neues Schulfach. An 350 Schulen im Land wird ab Herbst "Islamischer Unterricht" angeboten - im Geiste des Grundgesetzes und in deutscher Sprache.

An rund 350 Schulen in Bayern wird es vom kommenden Schuljahr an ein Wahlpflichtfach "Islamischer Unterricht" geben. Das Kabinett beschloss die Überführung des bisherigen landesweiten Modellversuchs in ein reguläres Schulfach. Dieses soll für Schülerinnen und Schüler insbesondere muslimischen Glaubens künftig statt Religionslehre und neben Ethik wählbar sein.

Es handelt sich um ein staatliches Angebot, bei dem staatliche Lehrkräfte in deutscher Sprache Wissen über die islamische Religion sowie eine grundlegende Werteorientierung "im Geiste der Werteordnung des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung" vermitteln sollen.

Nun müssen noch der Landtag zustimmen und Lehrpläne entwickelt werden. Der Name "Islamischer Unterricht" wird dabei weitergeführt. "Der Name bleibt, der Name ist Marke", betonte Kultusminister Michael Piazolo nach der Kabinettssitzung in München.

Das neue Fach hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Anfangs gab es etwa eine "Islamische Unterweisung" in türkischer Sprache, später erfolgte das Angebot dann auf Deutsch. Ein Modellversuch "Islamischer Unterricht" lief seit 2009 und wurde immer weiter ausgedehnt. Zuletzt gab es den Modellversuch an rund 350 Schulen, insbesondere an den Grund- und Mittelschulen und vor allem in Ballungsgebieten.

So viele Standorte, rund 350, sollen es auch zum Start als Wahlpflichtfach im Herbst sein. Die im bisherigen Modellversuch eingesetzten Lehrer sollen dabei weiterbeschäftigt werden können. Das Angebot solle zudem "bedarfsgerecht" ausgebaut werden, sagte Piazolo. Wann und an wie vielen Schulen in Bayern es das Fach in den kommenden Jahren geben wird, ist allerdings derzeit noch offen.

Quelle: jwu/dpa