Politik

Antisemitische Lieder gesungen Bundeswehr ermittelt nach Party-Exzess in Litauen

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Drei Soldaten sollen bereits aus Litauen abgezogen worden sein. (Archivbild)

(Foto: dpa)

Die Bundeswehr geht schweren Vorwürfen gegen mehrere Soldaten nach, die im Rahmen einer NATO-Mission in Litauen stationiert waren. Einem Medienbericht zufolge soll es bei einer Party zu mehreren Entgleisungen gekommen sein - darunter auch das Singen antisemitischer Lieder.

Einige Bundeswehrsoldaten sollen bei einer NATO-Mission in Litauen eine Party veranstaltet und deutlich über die Stränge geschlagen haben. In einem Hotel in der Region Rukla sei es zu bizarren Sex-Spielchen gekommen und Soldaten hätten antisemitische Lieder gesungen, berichtete der "Spiegel". Die Bundeswehr habe bereits interne Ermittlungen eingeleitet und auch das Bundesverteidigungsministerium sei über den Vorfall informiert.

Auf der exzessiven Party in dem Hotel, das von dort stationierten Soldaten an Wochenenden genutzt und als "Erholungsmaßnahme" bezeichnet wird, soll es unter starker Alkoholeinwirkung zu mehreren Verfehlungen gekommen sein, berichtete das Magazin. Die Rede ist vom "Verdacht des Mobbings, der Androhung von Schlägen, der sexuellen Nötigung eines Kameraden" sowie dem Singen antisemitischer Lieder. Gegen drei Soldaten soll bereits ein formelles Verfahren laufen.

Im litauischen NATO-Camp der Bundeswehr herrscht eigentlich ein Alkoholverbot, das nur an Weihnachten oder Silvester aufgehoben wird. Auf "Spiegel"-Nachfrage habe die Bundeswehr eingeräumt, dass es Hinweise auf "Fehlverhalten" der Soldaten gebe, was "Äußerungen rechtsradikaler und antisemitischer Natur" sowie Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung und die Diskriminierung einer Soldatin aufgrund ihres Geschlechts angehe. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müssten die Soldaten mit dienst- als auch strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Russische Desinformationskampagne

Bei der Beistandsinitiative "Enhanced Forward Presence" (eFP) in Litauen werden Kampftruppen aus NATO-Staaten bei Gefechtsübungen auf den Ernstfall vorbereitet. Mehrere Hundert deutsche Soldaten nehmen an den Übungen teil und sollen das lokale Militär fortbilden. Die eFP dient aber in erster Linie der Abschreckung gegenüber Russland. Die NATO zieht die Möglichkeit in Betracht, dass Russland ähnlich wie in der Krimkrise mit der Ukraine, auch gegenüber anderen kleinen Staaten wie Estland, Lettland oder Litauen als Aggressor auftreten könnte.

Entsprechend wird die NATO-Präsenz in Litauen von Russland intensiv beobachtet und durch gezielte Desinformationen gestört. Ziel dabei ist oft die Bundeswehr. 2017 wurden haltlose Gerüchte über eine Vergewaltigung durch einen deutschen Soldaten gestreut sowie Fotomontagen im Netz verbreitet, die mutmaßliche Bundeswehr-Soldaten bei der Schändung von Gräbern zeigen sollen. Hinter den Kampagnen sollen russische Trolle stecken.

Quelle: ntv.de, mba

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