Politik

"Zerstörung der westlichen Welt" Das bedeutet der "Hitlergruß" des IS

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Ein Kämpfer des sogenannten "Islamischen Staates" nahe der umkämpften syrischen Stadt Kobane.

(Foto: REUTERS)

Auf Video-Aufnahmen und Fotos aus dem sogenannten "Islamischen Staat" sind Kämpfer zu sehen, die freudestrahlend den Zeigefinger der rechten Hand nach oben strecken. Was hat es mit dieser Geste auf sich? Ein US-Autor glaubt, die Lösung zu kennen.

Sie strahlen großes Selbstvertrauen aus, die Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates: Auf im Internet kursierenden Videos sind sie zu sehen, wie sie jubelnd und feixend auf erbeuteten Panzern sitzend durch eroberte Städte im Nahen Osten paradieren. Dabei machen sie eine signifikante Geste: Der rechte Arm ist angewinkelt und der Zeigefinger nach oben gestreckt. Ganz offensichtlich handelt es sich um ein Erkennungszeichen. Aber was hat es zu bedeuten?

In dem auf internationale Politik spezialisierten Journal "Foreign Affairs" bemüht sich Autor Nathaniel Zelinsky um Aufklärung. Mit dem erhobenen Zeigefinger verwiesen die Kämpfer des IS auf "Tauhīd", den Glauben an die Einheit Gottes und gleichzeitig das Schlüsselmerkmal des Islam. Tauhīd umfasse auch den ersten Teil der Schahāda, dem Glaubensbekenntnis des Islam – das gleichzeitig auch auf der schwarz-weißen IS-Flagge prangt. Der erhobene Zeigefinger sei unter Muslimen seit langer Zeit ein gängiges Zeichen im Zusammenhang mit der Schahāda, schreibt Zelinsky.

Aber der Autor geht noch weiter: Für IS-Anhänger sei der Fingerzeig noch wesentlich mehr - als salafistische Gotteskrieger verwiesen sie damit auf die fundamentalistische Interpretation des Tauhīd, die alle nicht-fundamentalistische Regime ablehne: "Wenn IS-Milizionäre das Zeichen machen, (...) verweisen sie auf eine Ideologie, zu deren Prinzipien die Zerstörung der westlichen Welt gehört." Jeder IS-Kämpfer, der sich dessen bewusst sei, demonstriere damit seine tiefliegende Ablehnung jeglicher Art von Pluralismus.

Zelinsky betont: Die Geste der IS-Kämpfer sei ein Zeichen nicht nur an die Beobachter am Straßenrand, sondern auch an den Rest der Welt, der vor Tablets, PCs oder Fernsehbildschirmen die Ereignisse in Syrien und dem Irak verfolgt. Zelinsky zieht angesichts des IS-Zeichens Parallelen zum Hitlergruß – auch mit diesem sollte via Massenmedien eine Botschaft weltweit verbreitet werden – die von der Stärke des Nationalsozialismus.

Quelle: ntv.de