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Bundeswehr-Berater festgenommen Deutsch-Afghane soll für Iran spioniert haben

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Bundeswehrsoldaten im afghanischen Kundus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Generalbundesanwalt Peter Frank wirft einem Deutsch-Afghanen vor, als Mitarbeiter der Bundeswehr für den iranischen Geheimdienst spioniert zu haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass iranische Spione in Deutschland auffliegen.

Ein 50-jähriger Deutsch-Afghane ist unter dem Vorwurf festgenommen worden, für den iranischen Geheimdienst die Bundeswehr ausspioniert zu haben. Das teilte die Generalbundesanwaltschaft mit. Der Mann namens Abdul Hamid S. sei an diesem Dienstag "im Rheinland" festgenommen worden. Der Haftbefehl wurde bereits am 6. Dezember ausgestellt.

Generalbundesanwalt Peter Frank wirft Abdul Hamid S. geheimdienstliche Agententätigkeit nach Paragraf 99 des Strafgesetzbuches vor. "Der Beschuldigte war Sprachauswerter und landeskundlicher Berater der Bundeswehr", teilte die Behörde in Karlsruhe mit. "In dieser Eigenschaft soll er Erkenntnisse an einen iranischen Nachrichtendienst weitergegeben haben."

Nach einem Bericht des "Spiegels" handelt es sich bei dem Geheimdienst um das iranische Ministerium für Nachrichtenwesen (MOIS). Abdul Hamid S., ein gebürtiger Afghane, solle bereits seit mehreren Jahren für den Iran spioniert haben.

Für den Verfassungsschutz, zu dessen Aufgaben die Spionageabwehr gehört, zählt der Iran zu den Schwerpunkten seiner Arbeit. Im Juli 2016 verurteilte das Kammergericht Berlin einen 32-jährigen Iraner wegen Spionage zu zwei Jahren Haft. Ihm wurde vorgeworfen, für das MOIS Informationen über eine iranische Oppositionsgruppierung gesammelt zu haben. Wie in solchen Fällen üblich, wurde er nach Verbüßung einer Teilstrafe im Februar 2018 in den Iran abgeschoben. Im März 2017 wurde ein Pakistaner in Berlin verurteilt, der ebenfalls für den Iran unter anderem den damaligen Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ausgeforscht haben soll.

Quelle: n-tv.de, hvo

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