Politik

Verbände und Ministerium einig Deutsche Ex-Soldaten sind jetzt Veteranen

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Ministerin von der Leyen beglückwünscht junge Rekruten zu deren Gelöbnis. Ab sofort bleiben die Soldaten der Armee zumindest symbolisch ein Leben lang verbunden.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Ein Leben lang Respekt und Anerkennung" verspricht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen allen, die in der Bundeswehr gedient haben. Dazu haben sich Soldatenverbände und das Ministerium auf die Einführung des Veteranen-Begriffs geeinigt.

Aktive und ehemalige Soldaten der Bundeswehr, sofern sie nicht unehrenhaft entlassen wurden, gelten ab sofort offiziell als Veteranen. Darauf haben sich der "Bild am Sonntag" zufolge das Verteidigungsministerium und der Bundeswehrverband sowie der Reservistenverband geeinigt. Durch die Verwendung des Begriffs soll der Dienst in den Streitkräften stärker gewürdigt werden. Konkrete Ansprüche haben die Betroffenen dadurch allerdings keine. Dem Bericht zufolge erarbeitet das Verteidigungsministerium noch Vorschläge, wie die Würdigung der Veteranen konkret aussehen könnte.

Der Einigung war eine jahrelanger Diskussion vorausgegangen. Der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte 2012 eine symbolische Würdigung ehemaliger Soldaten angeregt und unter anderem 100.000 Veteranen-Abzeichen bestellt. Doch das Ministerium und die Verbände stritten sich darüber, wer als Veteran gelten solle, etwa ob ein Soldat dazu an einem Auslandseinsatz teilgenommen haben müsse.

Die jetzige Einigung legt die breiteste Definition zugrunde, wonach alle aktiven oder ehemaligen Bundeswehrangehörigen, darunter auch Grundwehrdienstleistende, zu den Veteranen zählen sollen. "Alle Veteranen eint, ob sie in Auslandseinsätzen, im Kalten Krieg oder im Grundbetrieb gedient haben, dass sie sich in der Uniform der Bundeswehr für Frieden und Freiheit unseres Landes eingesetzt haben", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen der "Bild am Sonntag". "Dafür gebührt ihnen ein Leben lang Respekt und Anerkennung."

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes begrüßte die breitgefasste Veteranen-Definition. Allerdings bräuchten die Soldaten mehr als nur symbolische Würdigungen, etwa durch ein Veteranen-Abzeichen, sagte André Wüstner der "Bild am Sonntag". "Viel wichtiger sind eine bessere Fürsorge wie Familientherapien für Einsatzversehrte und mehr Wertschätzung. Ein gutes Zeichen wäre, dass Deutschland bald Austragungsort der Invictus Games, der Paralympics für Veteranen wird."

Quelle: n-tv.de, mbo

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