Politik

Flächendeckende Corona-Ferien Deutschland schließt seine Schulen und Kitas

Kinder und Jugendliche in Deutschlands Schulen und Kitas können sich mehrheitlich über lange Ferien freuen. Die meisten Bundesländer stellen die Schulbetrieb ein. So sollen Corona-Neuinfektionen zumindest gebremst werden. Das Problem ist vielfach nun die Betreuung der Kinder, damit die Eltern in wichtigen Bereichen arbeiten können.

Angesichts der Corona-Krise haben die Bundesländer die Schließung von Kitas, Schulen und Hochschulen angewiesen. Übergeordnetes Ziel ist es, die Infektionskette zu unterbrechen und Zahl der Neuinfektionen zu verlangsamen. So soll das Gesundheitssystem vor einer Überlastung und im schlimmsten Fall vor einem Zusammenbruch bewahrt werden.

Bei der Verkündung der Maßnahmen machten die Regierungschefs der jeweiligen Länder zudem deutlich, dass die Aufrechterhaltung eines funktionierenden Staatswesens und relevanter Bereiche wie Krankenhäuser, Pflege, Polizei und Feuerwehren gleichsam ausgesprochen wichtig sei.

Am Nachmittag hatten bis auf Mecklenburg-Vorpommern alle Länder flächendeckende Schließungen angekündigt. Sie dauern zumeist bis zum 19. April. In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt - einschließlich Berufsschulen - rund 43 000 Schulen mit 11 Millionen Schülern und 820.000 Lehrern.

  • In Sachsens Schulen findet ab Montag kein Unterricht mehr statt. Zwar bleiben die Schulen geöffnet, die Schulpflicht wird jedoch aufgehoben, wie das Kultusministerium mitteilte. Außerdem ordnete das Ministerium unterrichtsfreie Zeit an. Mit dem Zwischenschritt soll die komplette Schließung von Schulen und Kitas bis zum 17. April vorbereitet werden.
  • Auch in der Millionenstadt Hamburg schließen ab Montag Schulen und Kitas. Sie werden nach den regulär noch bis Montag dauernden Frühjahrsferien nicht wieder öffnen und zunächst für zwei Wochen bis zum 29. März geschlossen bleiben. Eine weitere Verlängerung ist aber je nach Entwicklung der Situation denkbar.
  • Bayern ordnete die Schließung aller Schulen, Kindergärten und Kitas ab Montag bis zum Beginn der Osterferien an. Damit sind in Bayern faktisch bis zum 20. April die Bildungseinrichtungen geschlossen.
  • Eine solche Regelung hatte zuvor als erstes Bundesland das Saarland getroffen.
  • In Schleswig-Holstein sind die Einrichtungen ab Montag bis zum 19. April geschlossen.
  • Auch in Niedersachsen und Bremen schließen die Schulen am Montag. Nach zwei Wochen beginnen dann am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien.
  • In Berlin werden Schulen und Kitas "stufenweise ihren Betrieb einstellen". Begonnen wird mit den Oberstufenzentren am Montag, einen Tag später folgen alle allgemeinbildenden Schulen. Auch sie sind dann bis Ende der Osterferien zu.
  • In Nordrhein-Westfalen schließen am Dienstag alle Schulen bis zu den Osterferien.
  • Rheinland-Pfalz schließt wegen des Coronavirus ab Montag die Schulen und Kindertagesstätten. Die Regelung gilt zunächst bis Ende der Osterferien am 17. April, wie das Bildungsministerium mitteilte. Eine Notbetreuung werde vor Ort ermöglicht.
  • Auch in Baden-Württemberg schließen ab Dienstag alle Schulen und Kindertagesstätten bis zum Ende der Osterferien.
  • In Thüringen erklärte Ministerpräsident Bodo Ramelow laut MDR die Schließungen der Schulen und Kindertagesstätten ab Dienstag.
  • Auch Sachsen-Anhalt schließt von Montag an die Schulen und Kitas im Land. Die Regelung gelte bis zum 12. April, teilte die Landesregierung in Magdeburg mit.
  • Auch in Brandenburg wird der reguläre Schulunterricht ab Mittwoch vorerst ausgesetzt. Der Schulbesuch sei weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend.
  • In Hessen gilt ab Montag in den Schulen keine Unterrichtsverpflichtung mehr. Die Schulen bleiben aber geöffnet,
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In Mecklenburg-Vorpommern sind ab Montag die Schulen und Kitas in Rostock und dem Landkreis Ludwigslust-Parchim geschlossen, wie die Staatskanzlei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mitteilte. Am morgigen Samstag will das Kabinett in einer Sondersitzung über landesweite Schließungen beraten. Offenbar wird dann den Kabinettsmitgliedern unter anderem der Entwurf einer Allgemeinverfügung für die Kindertagesförderung vorliegen. Diese habe zum Ziel, "dass der Besuch von Krippen, Kindergärten, Horten und Kindertagespflegestellen in Mecklenburg-Vorpommern ab Montag, den 16. März, untersagt wird", erklärte Sozialministerin Stefanie Drese.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verwies auf die Probleme, die flächendeckende Schulschließungen mit sich bringen. Ein solcher Schritt würde Eltern betreffen, die dann in Kliniken, in der Pflege oder Arztpraxen fehlen, sagte die SPD-Politikerin der Rhein-Neckar-Zeitung. "Häufig springen die Großeltern bei der Betreuung ein. Damit würden die Älteren gerade aber umso mehr gefährdet."

Bayern und vielen andere Länder auch kündigte einen Notfallplan für die Betreuung bestimmter Kinder an. "Wir werden eine Betreuung sicherstellen für Eltern, die in systemkritischem Berufen tätig sind", sagte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo. Zudem erlassen etwa Freistaat und NRW weitreichende Auflagen für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Die bayerische Kommunalwahl am Sonntag soll aber stattfinden.

Quelle: ntv.de, jog/tsi/jwu/chr/dpa/rts