Politik
Den meisten mutmaßlichen Straftätern werden gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Brandstiftung vorgeworfen.
Den meisten mutmaßlichen Straftätern werden gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Brandstiftung vorgeworfen.(Foto: picture alliance / Sebastian Wil)
Dienstag, 19. Dezember 2017

Fahndungsdruck zeigt Erfolg: G20-Randalierer stellt sich der Polizei

Die Polizei in Hamburg veröffentlicht fünf Monate nach den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel die Fotos von über hundert mutmaßlichen Straftätern. Innerhalb eines Tages erhalten die Beamten über 30 Hinweise. Ein Mann belastet sich auch selbst.

Die Polizei hat die Straftaten in fünf Komplexe unterteilt.
Die Polizei hat die Straftaten in fünf Komplexe unterteilt.(Foto: picture alliance / Georg Wendt/d)

Im Rahmen einer öffentlichen Fahndung nach G20-Randalierern hat sich ein Beteiligter bei der Hamburger Polizei gemeldet. Der Mann rief am Montag bei der Polizei an und gab zu, an Plünderungen in der Sternschanze beteiligt gewesen zu sein, wie ein Sprecher sagte. Die Polizei prüft nun, ob der Mann wirklich einer der gesuchten Tatverdächtigen ist.

Innerhalb eines Tages hätten die Beamten rund 30 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet. Die Polizei veröffentlichte am Montag, gut fünf Monate nach den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel, die Fotos von 104 mutmaßlichen Straftätern. Ihnen werde meist gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Brandstiftung vorgeworfen.

Die Sonderkommission "Schwarzer Block" hatte etliche Bild- und Videodateien gesichtet - darunter auch Aufnahmen von Privat- Handys, Journalisten und Überwachungskameras aus Bussen und Bahnen. In allen veröffentlichten Fällen haben Amtsrichter die öffentliche Fahndung gebilligt.

Im Laufe der Fahndung soll eine neuartige Gesichterkennung zum Einsatz kommen und dabei helfen, die mehr als zwölf Terabyte Material auszuwerten, teilt der Pressesprecher der Polizei Timo Zill dem NDR mit. Auch die Bevölkerung rief der Sprecher zur Mithilfe auf. Nach Schätzungen der Polizei waren in der Zeitspanne vom 6. bis zum 8. Juli 5.000 bis 6.000 Täter aktiv.

Quelle: n-tv.de