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Verdächtige festgenommen Gehörte IS-Rückkehrerin einem Netzwerk an?

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Die am Flughafen in Frankfurt festgenommene Frau soll vor fünf Jahren nach Syrien gegangen sein. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor vier Jahren soll eine deutsche IS-Anhängerin nach Syrien gereist sein. Von dort soll sie mehrere Frauen aus Deutschland in das IS-Gebiet gelotst haben. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland wird die Verdächtige festgenommen. Der Vorwurf: Die 30-Jährige war Teil eines sogenannten Schwesternnetzwerkes.

Eine aus der Türkei abgeschobene mutmaßliche Unterstützerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll Teil eines sogenannten Schwesternnetzwerks radikalisierter Frauen gewesen sein. Das Netzwerk soll weitere Frauen für den IS gewonnen und in die Aktivitäten der Miliz eingegliedert haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Celle mit. Den Angaben zufolge soll die Frau im Dezember 2014 aus Niedersachsen nach Syrien gereist sein, um sich dem IS anzuschließen und dessen bewaffneten Kampf im syrischen Bürgerkrieg zu unterstützen. Von Syrien aus soll sie die Ausreise mehrerer Frauen aus Deutschland in das IS-Gebiet organisiert und dort die Heirat mit IS-Kämpfern vermittelt haben.

Die Verdächtige ist nach ihrer Ankunft in Deutschland in Untersuchungshaft genommen worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Celle nach der Vorführung der 30 Jahre alten Deutsch-Syrerin beim Ermittlungsrichter mit. Die vierfache Mutter war am Dienstagabend auf dem Frankfurter Flughafen von Beamten des Landeskriminalamtes Niedersachsen festgenommen worden. Gegen sie lag ein Haftbefehl vor wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung.

Mitarbeiter des Jugendamtes hatten die vier in Syrien geborenen Kinder der Frau gleich am Flughafen in Obhut genommen. "Im Prinzip müssten alle diese Kinder psychologisch betreut werden", sagte Susanne Schröter, Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Frankfurter Universität kürzlich über die aus den IS-Gebieten zurückkehrenden Kinder. "Zum Teil sind sie traumatisiert, weil sie Gewalt erfahren oder miterlebt haben", manche sie allerdings selbst schon gewalttätig geworden, weil der IS auch sehr kleine Kinder genötigt habe, an Tötungen und Folterungen teilzunehmen.

"Das sind Überzeugungstäterinnen"

"Anfangs hat man immer nur gesagt: Das sind Bräute, das sind Hausfrauen", sagte Schröter über die Frauen. "Mittlerweile gibt es Berichte, die sehr klar zeigen: Das sind Überzeugungstäterinnen." Zwar werde ein Teil der Frauen möglicherweise nicht länger auffallen. "Ein anderer Teil aber wird weiter machen", meinte Schröter. "Sie werden weiter Spenden sammeln, sie werden Ideologie transportieren. Und sie haben natürlich einen enormen Einfluss auf die kommende Generation."

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht damit, weitere mutmaßliche IS-Anhänger nach Europa abzuschieben. Im November hatte die Türkei eine siebenköpfige deutsch-irakische Familie mit Kontakt ins Hildesheimer Salafisten-Milieu nach Deutschland abgeschoben. Kurz darauf kamen zwei Frauen, die sich dem IS angeschlossen haben sollen. Eine davon sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Ebenfalls im November war eine mutmaßliche IS-Anhängerin, die aus Mittelhessen stammt, mit drei Kindern zurückgekehrt. Gegen sie wird wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht ermittelt.

Quelle: n-tv.de, ibu/dpa

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