Politik

"Göttin der Demokratie" Hongkong: Weitere Universitäten entfernen Denkmäler

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Die "Göttin der Demokratie" erinnert an die Niederschlagung der Tian'anmen-Proteste von 1989 in Peking.

(Foto: picture alliance / AP Photo)

Nachdem die Hongkong University das Tian'anmen-Denkmal von ihrem Campus entfernt, lassen zwei weitere Universitäten ihre Mahnmale abbauen: darunter auch die "Göttin der Demokratie". Sie steht für akademische Freiheit. Viele sorgen sich daher nun um die einst offene Schulpolitik.

Zwei weitere Universitäten in Hongkong haben Denkmäler zur Erinnerung an die Tian'anmen-Proteste von 1989 in Peking entfernt. In einer Erklärung der Chinese University of Hong Kong (CUHK) hieß es, die nicht genehmigte Statue sei entfernt worden: "Nach einer internen Bewertung und als Verwalter des Universitätsgeländes hat die CUHK die Statue entfernt." Die 6,4 Meter hohe Bronzestatue "Göttin der Demokratie", die eine Flamme in die Höhe hält, wurde an der Chinesischen Universität in Hongkong kurz vor Sonnenaufgang entfernt.

"Ich bin untröstlich und schockiert", sagte Felix Chow, ein ehemaliger Student der CUHK und Mitglied des Bezirksrats. "Diese Statue repräsentiert eine offene Schulumgebung. Sie ist ein Symbol der akademischen Freiheit. Die Menschen zweifeln daran, ob die Schule noch gewährleisten kann, dass der Raum frei ist und die Menschen frei sprechen können", sagte er.

Die Lingnan-Universität in Hongkong entfernte ein Wandrelief des Tian'anmen-Massakers, das auch eine Darstellung der "Göttin der Demokratie" enthielt. Die Universität erklärte, dass Gegenstände, die "rechtliche und sicherheitstechnische Risiken" darstellen könnten, geräumt oder entfernt und entsprechend gelagert worden seien.

Die Denkmäler erinnern an die Demokratieproteste von 1989

Ein rotes Bild der "Göttin der Demokratie" in der Haupthalle der Studentenvereinigung der Lingnan-Universität war ebenfalls mit grauer Farbe übermalt worden. Der Künstler Chen Weiming, der sowohl die Statue als auch das Wandrelief geschaffen hat, erklärte, dass er die Universitäten verklagen werde, falls seine Werke beschädigt würden.

In der Nacht zum Donnerstag hatten Behörden eine Statue zum Gedenken an die Opfer auf dem Pekinger Tian'anmen-Platz entfernt. Die sogenannte "Säule der Schande" erinnerte an die gewaltsame Niederschlagung der Demokratieproteste in Peking 1989. Das Kunstwerk wurde 1997 auf dem Gelände der Hongkonger Universität aufgestellt. Anders als auf dem chinesischen Festland, wo die Behörden jegliche Gedenkfeiern zum 4. Juni verbieten, war Hongkong bisher der einzige Ort auf chinesischem Boden, an dem solche Gedenkfeiern erlaubt waren.

Quelle: ntv.de, lno/Reuters

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