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Tränengas möglicherweise schuld Hongkonger stirbt nach Sturz bei Protesten

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Demonstranten und Kommilitonen gedenken des gestorbenen Studenten.

(Foto: REUTERS)

Ein Student stürzt am Rande einer Demonstration in Hongkong von einem Parkhausdeck, nachdem die Polizei dieses anscheinend mit Tränengas beschießt. Mehrere Tage liegt er im Koma, bevor er seinen Verletzungen erliegt. Der Stadt stehen schwierige Tage bevor.

Am Rande der Anti-Regierungsproteste in Hongkong ist ein Student nach einem Sturz von einem mehrstöckigen Parkhaus ums Leben gekommen. Laut der Hongkonger Krankenhausbehörde starb der 22-Jährige an seinen schweren Verletzungen. Der Informatikstudent war Anfang der Woche von einem Parkhaus gestürzt, in dessen Nähe es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen war. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er zunächst im Koma lag. Die Protestbewegung rief zu stadtweiten Mahnwachen auf.

Die genauen Umstände des Sturzes blieben unklar. Der Student war bewusstlos in einer Blutlache gefunden worden. Er lag in einem Parkhaus, in das Polizisten Tränengas gefeuert hatten, nachdem Demonstranten von dem Gebäude aus Gegenstände herabgeworfen hatten. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Student etwa 120 Meter von einer Stelle gefunden, an der die Beamten Tränengas eingesetzt hatten. Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete, dass der Student von der dritten in die zweite Etage des Parkhauses gestürzt war.

Nachtwachen angekündigt

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Hongkonger Studenten und Mitglieder der Protestbewegung hatten wütend und bestürzt auf das Unglück reagiert. Viele werfen der Polizei vor, für den Sturz verantwortlich zu sein. Kommilitonen Chows hatten ununterbrochen Mahnwachen abgehalten, während die Ärzte um das Leben des 22-Jährigen kämpften. Nach seinem Tod rief die Protestbewegung in verschiedenen Onlinediensten zu stadtweiten Nachtwachen auf.

Seit fünf Monaten demonstrieren die Hongkonger gegen die eigene Regierung und den wachsenden Einfluss der Pekinger Führung auf die ehemalige britische Kronkolonie. Immer wieder kommt es dabei zu schweren Zusammenstößen von Polizei und Demonstranten. Der Tod des 22-Jährigen dürfte die Spannungen in der chinesischen Sonderverwaltungszone erneut verschärfen.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom als eigenes Territorium regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

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Quelle: n-tv.de, lwe/dpa/AFP

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