Politik

Tödliche Unruhen in Äthiopien Hunderttausende fliehen vor Gewalt

91630106.jpg

Die anhaltende Zerstörung von Wohnhäusern und öffentlichen Einrichtungen zwingt laut UN zahlreiche Menschen zur Flucht.

(Foto: picture alliance / Marcos Gonzal)

Die UN warnen vor einer angespannten Situation in Äthiopien: Bei Kämpfen zwischen verschiedenen Volksgruppen sterben Dutzende. Allein im Juni fliehen mehr als 800.000 Menschen.

Die neu aufgeflammten Kämpfe zwischen den Volksgruppen im Süden Äthiopiens haben nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) allein im Juni mehr als 800.000 Menschen in die Flucht geschlagen. Trotz der Entsendung äthiopischer Streitkräfte bleibe die Sicherheitslage angespannt, heißt es in einem neuen Bericht der UN und der Regierung in Addis Abeba. Es werde über anhaltende Zerstörungen von Wohnhäusern und öffentlichen Einrichtungen berichtet.

In Äthiopien mit rund 100 Millionen Einwohnern leben zahlreiche Volksgruppen. Die Konflikte waren im April in einem Gebiet rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt ausgebrochen. Insgesamt wird die Zahl der Flüchtlinge bereits auf rund 1,2 Millionen geschätzt. Dem UN-Bericht zufolge mussten im Juni 642.000 Menschen ihre Heimat in der Region Gedeo verlassen und weitere 176.000 ihr Zuhause in West-Guji.

Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte bei seiner Amtsübernahme im April Reformen versprochen, um für einen besseren Ausgleich unter den Gruppen zu sorgen. Dabei geht es häufig um Land in der von Dürren geplagten Region.

Diplomaten schätzen, dass allein im Juni rund 200 Menschen Opfer der Gewalt geworden sind. Offizielle überprüfbare Angaben zu den Opferzahlen liegen nicht vor. 2017 waren Dutzende Menschen bei Kämpfen zwischen den Volksgruppen der Somali und der Oromo ums Leben gekommen. Hunderttausende mussten fliehen und konnten noch nicht in ihre Dörfer zurückkehren.

Quelle: n-tv.de, lwa/reuters

Mehr zum Thema