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Regierung: "Gnadenloser Krieg" IS bekennt sich zu Anschlag in Tunesien

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Der Anschlag in der Hauptstadt hat tiefe Spuren in Tunesien hinterlassen.

dpa

Der Islamische Staat behauptet in einer Botschaft, für den Tod von 20 Touristen in der tunesischen Hauptstadt verantwortlich zu sein. Die demokratische Regierung wird als "abtrünnig" beschimpft. Zudem enthält die Botschaft weitere Drohungen.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag auf ausländische Touristen in Tunesien bekannt. In einer im Internet verbreiteten Audiobotschaft bezeichnete ein Sprecher das Attentat als "gesegneten Angriff" und die beiden Angreifer als "Ritter des Islamischen Staates". Er betonte, dass die mit den Kampfnamen "Abu Sarakija" und "Abu Anas" identifizierten Attentäter bei ihrem Anschlag, in den Sicherheitsbereich des tunesischen Parlaments eingedrungen seien.

Bei dem Anschlag auf das archäologische Bardo-Museum in der tunesischen Hauptstadt Tunis waren  am Mittwoch 23 Menschen, darunter 20 ausländische Touristen getötet worden. Auch ein Polizist die beiden Attentäter kamen ums Leben.

Laut der Bekennerbotschaft galt das Attentat einem der "Nester des Unglaubens und des Übels" im muslimischen Tunesien. Der als "abtrünnig" bezeichneten Regierung droht der Sprecher, dass sie keine Ruhe und keinen Frieden finden werde. Weitere Anschläge würden folgen. Die Botschaft enthält keinerlei Forderungen.

Die etwa dreiminütige Bekennerbotschaft wurde über bekannte Twitter- und Internetkanäle des IS verbreitet. Sie enthielt allerdings keinerlei Details über den Anschlag oder die Attentäter, die beweisen würden, dass die Tat tatsächlich von der Terrormiliz geplant wurde.

Militär patrouilliert in Tunesiens Städten

Die Regierung in Tunis kündigte unterdessen einen "gnadenlosen Krieg gegen den Terrorismus an". Nach einer Krisensitzung mit ranghohen Regierungsmitgliedern und Militärs teilte die tunesische Präsidentschaft mit, sie werde zur Erhöhung der Sicherheit Soldaten in alle größeren Städte entsenden. Diese sollen nach Angaben aus der Präsidentschaft an den Einfahrtsstraßen in die Städte und in den Vororten patrouillieren.

Auch die Sicherheit der Grenzen soll einer Prüfung unterzogen werden. In Tunesiens Nachbarland Libyen kontrollieren Milizen, die sich zum IS bekennen, Teile des Staatsgebietes. Mit bis zu 3000 Kämpfern stellen Tunesier Schätzungen zufolge die größte Gruppe unter den ausländischen Kämpfern im Irak und in Syrien dar. Sicherheitsexperten warnen, dass vor allem über die Grenze zum Bürgerkriegsland Libyen Syrien-Heimkehrer mit Ausbildung der Terrormiliz IS einsickern können.

Die Behörden hatten bereits vor Veröffentlichung der IS-Botschaft die beiden getöteten Attentäter namentlich als Jassin Laabadi und Hatim Chaschnawi identifiziert. Die Polizei nahm neun weitere Verdächtige mit, die die Tat unterstützt haben sollen. Darüber ob, und zu welcher Terrororganisation sie gehören machten die Behörden aber bislang keine Angaben.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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