Politik

"Stolz auf meine Landsfrauen" Irans Ex-Kaiserin hofft auf Sturz der Mullahs

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Die persische Ex-Kaiserin Farah Pahlavi 2019 im Pariser Exil.

(Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP)

Landesweite Proteste im Iran setzen das Regime in Teheran unter Druck. Ex-Kaiserin Farah Pahlavi leidet aus dem Pariser Exil mit den demonstrierenden Frauen und hofft auf den Sturz der Mullahs. Auch Schah-Sohn Reza rechnet mit einer nahen Umwälzung.

Angesichts der Proteste im Iran hat die persische Ex-Kaiserin Farah Pahlavi den Westen aufgerufen, den Iranern zu helfen. "Der Westen kann ihnen helfen, indem er all die Schrecken erzählt, die im Iran unter diesem Regime passieren", sagte die 83-Jährige dem Sender i24News in Paris. "Ich hoffe, dass dieses Regime gestürzt wird." Die iranischen Frauen hätten von Anfang an für ihre Freiheiten und ihren Platz in der Gesellschaft gekämpft, sagte die Ex-Kaiserin. "Sie waren wirklich mutig und es ist das erste Mal, dass wir eine so große Bewegung im Iran und in allen Städten des Iran sehen."

Die Frau des 1979 gestürzten persischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi sprach den Frauen in ihrem Land Mut zu. "Ich habe eine besondere Botschaft an die Frauen. Ich bin stolz auf sie, auf meine Landsfrauen, meine Schwestern, meine Kinder und meine Töchter. Trotz der Unterdrückung kämpfen sie und haben den Mut, sich gegen dieses Regime zu wehren." Auf eine Frage zu einer möglichen künftigen Rolle ihres in den USA lebenden Sohns Reza Pahlavi im Iran sagte sie, nach einem Umsturz müssten die Iraner selbst über ihr Schicksal bestimmen. "Mein Sohn wünscht sich eine Demokratie im Iran, territoriale Integrität, die Trennung von Religion und Macht und die Freiheit der Frauen."

Schah-Sohn kritisiert Kopftuch-Zwang

Reza Pahlavi sagte, er sehe Vorzeichen für eine Umwälzung im Iran. "Es ist meiner Meinung nach die erste Revolution für Frauen, durch Frauen", sagte der in den USA lebende Schah-Sohn. Die islamische Regierung in Teheran werde mit "hoher Wahrscheinlichkeit" nicht mehr lange im Amt sein, der Westen müsse sich darauf vorbereiten. Der in einem großen Teil der iranischen Exilgemeinde respektierte Pahlavi betonte, er wolle nach einem Sturz der islamischen Republik keine Rückkehr der Monarchie im Iran. Pahlavi sprach sich stattdessen für eine verfassunggebende Versammlung aus, die dem Iran ein neues Grundgesetz geben solle. Es könne "keine echte demokratische Ordnung geben ohne eine klare Definition und Trennung von Kirche und Staat", sagte Pahlavi.

Im Umgang mit dem Kopftuch für Frauen sprach Pahlavi sich für Entscheidungsfreiheit aus. "Frauen können entscheiden, ein Kopftuch zu tragen oder nicht." Das solle aber eine "freie Entscheidung", sein und nicht "aus ideologischen oder religiösen Gründen aufgezwungen".

Auslöser der seit elf Tagen anhaltenden Proteste im Iran gegen das islamische Herrschaftssystem und die systematische Diskriminierung von Frauen ist der Tod der 22 Jahre alten Mahsa Amini. Sie war von der Sittenpolizei wegen eines Verstoßes gegen die strenge islamische Kleiderordnung festgenommen worden und am 16. September unter ungeklärten Umständen gestorben. Die Demonstranten sprechen von Polizeigewalt, die Behörden weisen dies entschieden zurück.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

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