Politik

Karikatur samt Hakenkreuz Irans Presse zeigt Maas mit Hitlerbart

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Außenminister Maas und sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif.

(Foto: dpa)

Nach dem Besuch in Teheran sieht sich Außenminister Maas heftiger Kritik ausgesetzt. Iranische Medien werfen ihm vor, sich nicht an die Versprechen im internationalen Atomabkommen zu halten. Eine Zeitung schießt mit einer Karikatur jedoch weit über das Ziel hinaus.

Nach dem Besuch von Bundesaußenminister Heiko Maas in Teheran hat ihm die konservative iranische Presse Arroganz und Machtlosigkeit vorgeworfen. Das ultrakonservative Blatt "Dschawan" druckte eine Karikatur, die Maas mit Hitlerbart und Hakenkreuzbinde zeigt. In einem Kommentar fragte die Zeitung, was das Ziel des Besuchs gewesen sei, wenn Europa ohnehin machtlos sei.

Im Detail zeigt die Karikatur Maas, wie er an einem Rednerpult den Hitlergruß vollführt. Dazu trägt er eine Krawatte mit dem Muster der US-Flagge und eine Brille in der Form von zwei Davidsternen.

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Die Zeitung "Kayhan" kommentierte, Deutschland hätte "lieber seine Politik überdenken sollen, statt seine Sorge über die iranische Verteidigungspolitik zu äußern". "Resalat" kritisierte seinerseits die wiederholten Versprechen der Europäer zur Bewahrung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran nach dem einseitigen Ausstieg der USA vor einem Jahr und urteilte, "die Machtlosen können keine Wunder vollbringen".

Maas hatte am Montag in Teheran den Willen der Europäer betont, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Zugleich gab er aber zu, dass sie "keine Wunder bewirken" könnten, nachdem US-Präsident Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen war und neue Finanz- und Handelssanktionen verhängt hatte. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warnte, wer den "Wirtschaftskrieg" der USA unterstütze, müsse mit Konsequenzen rechnen.

Die Europäer wollen das Atomabkommen bewahren, doch konnten sie nicht verhindern, dass sich fast alle ihre Unternehmen aus Angst vor den US-Sanktionen aus dem Iran zurückzogen. Der Iran hat gemäß dem Abkommen sein Atomprogramm deutlich zurückgefahren, doch hat er angekündigt, künftig gewisse Auflagen zur Urananreicherung nicht mehr einzuhalten, wenn ihm die anderen Vertragspartner nicht entgegenkommen.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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