Politik

Extra-Krankentage sollen kommen Keine Arbeit mit Regelschmerzen in Spanien

Spanierinnen könnten bei Unterleibsschmerzen künftig womöglich arbeitsfrei bekommen.

Spanierinnen könnten bei Unterleibsschmerzen künftig womöglich arbeitsfrei bekommen.

(Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Zusätzliche bezahlte Krankentage für Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden - eine solche Regelung will die linksgerichtete spanische Regierung heute voraussichtlich beschließen. Es wäre ein Novum in Europa. Doch die Regelung ist umstritten.

Arbeiten trotz heftiger Unterleibsschmerzen während der monatlichen Regel - von dieser Tortur sollen Frauen in Spanien künftig befreit werden. Das sieht ein Gesetzentwurf der linken Regierung vor, der am heutigen Dienstag im Kabinett offiziell vorgestellt werden soll. Demnach sollen Spanierinnen das Recht bekommen, in solchen Fällen zu Hause bleiben zu können.

Die Kosten des Arbeitsausfalls soll der Staat übernehmen, und zwar so lange, wie die Schmerzen andauern, wie das Ministerium auf Anfrage bestätigte. Um arbeitsfrei zu bekommen, muss eine betroffene Frau einen Arzt konsultieren. Spanien wäre das erste Land in Europa mit einem derartigen Gesetz. Spanischen Medien zufolge sieht der Gesetzentwurf monatlich drei zusätzliche Krankheitstage mit Lohnfortzahlung bei Menstruationsbeschwerden vor. Bei besonders heftigen Beschwerden kann dieses Kontingent durch die Vorlage eines ärztlichen Attests auf fünf Tage pro Monat verlängert werden.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es in Spanien - im Gegensatz zu Deutschland - erst ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Angestellte erhalten vom vierten bis 20. Tag 60 Prozent der Bemessungsgrundlage.

Extra-Krankentage gibt es bislang nur wenige

Die Initiative wurde von der Gleichstellungsministerin Irene Montero vom kleineren linksalternativen Koalitionspartner Unidas Podemos vorangetrieben. "Wir werden in dem Gesetz das besondere Recht der Frauen, die eine schmerzhafte Regel haben, anerkennen, (bei der Arbeit) auszusetzen", schrieb Gleichstellungsministerin Montero von der linken Podemos-Partei auf Twitter.

Der Entwurf soll als Teil einer Neuregelung des Abtreibungsrechts eingebracht werden. Es erlaubt künftig Frauen ab 16 einen Schwangerschaftsabbruch auch ohne Einverständnis der Eltern. Aus den Reihen der sozialistischen PSOE-Partei von Regierungschef Pedro Sánchez gab es Vorbehalte gegen den Gesetzentwurf.

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So warnte das Wirtschaftsministerium von Nadia Calviño, die Regelung könne Frauen im Wettbewerb um Arbeitsplätze benachteiligen. Die Regierung werde niemals Maßnahmen ergreifen, die "Frauen stigmatisieren" könnten, betonte Calviño.

Extra-Krankentage für Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden gibt es bislang nur in einigen wenigen Ländern außerhalb Europas, darunter Südkorea und Indonesien.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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