Politik

Deckname "Stier" Kommunikator von Nord Stream 2 war Stasi-Spitzel

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Henning Kothe (l.), der damalige Chief Project Officer der Nord Stream 2 AG, und Steffen Ebert, damaliger Nord-Stream 2-Pressesprecher, bei einer Präsentation zum Thema Umweltverschmutzung im Jahr 2018 (Archivbild).

(Foto: picture alliance / Stefan Sauer/dpa)

Der ehemalige Kommunikationschef von Nord Stream 2 in Deutschland, Steffen Ebert, war einem Bericht zufolge in den 1980er Jahren inoffizieller Stasi-Mitarbeiter. Ebert erklärt sich der "Bild"-Zeitung gegenüber und drückt die Erwartung aus, dass seine Tätigkeit im "Kontext jener Zeit betrachtet wird".

Der ehemalige Kommunikationschef der auf Eis gelegten deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 war einem Medienbericht zufolge in den 1980er Jahren inoffizieller Stasi-Mitarbeiter (IM). Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Akte des Stasiunterlagen-Archivs berichtet, verpflichtete sich der langjährige Nord Stream 2-Kommunikationsmanager Steffen Ebert im Jahr 1984, mit dem DDR-Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Dem Bericht zufolge bestätigte Ebert seine Stasi-Tätigkeit.

Ebert sagte der Zeitung, er sei wie "in der Regel fast alle" Wehrdienstleistenden in der Nationalen Volksarmee "von der Stasi missbraucht" worden. Er bereue heute, Informationen über andere an die Stasi weitergegeben zu haben. Zudem sei er "wie viele Menschen der DDR in meiner Arglosigkeit zum Opfer der Indoktrination des Systems" geworden, ergänzte der heute 57-jährige Ebert demnach. Daher erwarte er, "dass das auch im Kontext jener Zeit betrachtet wird". 1987 lehnte Ebert, der den Decknamen "Stier" gewählt hatte, dem Bericht zufolge eine weitere IM-Tätigkeit aus "Gewissensgründen" ab.

Nord Stream 2 sollte unter Umgehung der Ukraine russisches Gas unter der Ostsee nach Deutschland bringen. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte die Bundesregierung das Zulassungsverfahren für das Pipeline-Projekt gestoppt. Die Pipeline war bereits vor Beginn des Angriffskriegs lange Jahre in der Kritik. Die USA hatten versucht, sie noch zu stoppen.

Ebert gilt, wie es in dem Bericht heißt, nach der Offenlegung interner Mails als zentraler Verbindungsmann von Nord Stream 2 zur Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, und der Landesregierung. Diese hatte sich zuletzt zu relevanten Entscheidungen geäußert. Schwesig räumte ein, dass aus heutiger Sicht "das Festhalten an Nord Stream 2 ein Fehler" gewesen sei, "auch die Einrichtung der Stiftung, die den Fertigbau der Pipeline ermöglichen sollte".

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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