Politik

Parteitag ohne Masken Kritik an CDU in Sachsen-Anhalt

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In einem Video ist zu sehen, dass auf dem Parteitag von den Delegierten keine Masken getragen werden.

(Foto: Screenshot MDR)

Auf dem Landesparteitag der CDU in Sachsen-Anhalt sitzen die Delegierten ohne Masken auf ihren Plätzen. Die Folge: breite Kritik, auch aus der eigenen Partei. Allerdings tagte am selben Tag die SPD, in Teilen ebenfalls maskenfrei.

Wegen eines ohne Atemschutzmasken abgehaltenen Parteitags steht die CDU Sachsen-Anhalt in der Kritik. FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte der "Bild"-Zeitung, dass bei dem Treffen in Dessau "offensichtlich keine Maskenpflicht eingefordert wurde", passe nicht "zu einer Zeit, wo politische Entscheidungsträger auch der CDU anderen härteste Grundrechtsbeschränkungen auferlegen. Kritik kam auch vom SPD-Politiker Florian Post. FDP-Chef Christian Lindner sagte, wenn man sich schützen könne, dann "nicht nur auf dem Parteitag, sondern auch im Handel und in der Gastronomie".

Die CDU hatte am Samstag auf einem Landesparteitag ihre Listen zur Bundestagswahl und zur Landtagswahl aufgestellt. In einem Video des MDR ist zu sehen, dass auf dem Parteitag von den Delegierten keine Masken getragen werden. Die CDU rechtfertigte dies damit, dass alle Teilnehmer vor Betreten der Halle einen Corona-Test machen mussten. Nur am eigenen Sitzplatz durfte die Maske abgenommen werden.

Die SPD Sachsen-Anhalt tagte ebenfalls am Samstag. Auch dort wurden an den Plätzen nicht durchgängig Masken getragen, wie ein weiterer MDR-Bericht zeigt.

Bei der CDU gab es Kritik auch dran, dass kaum Frauen auf aussichtsreiche Plätze gewählt wurden: Auf der Liste zur Bundestagswahl finden sich acht Männer und eine Frau, auf der Liste zur Landtagswahl nur eine Frau auf den ersten zehn Plätzen. Schleswig-Holsteins CDU-Bildungsministerin Karin Prien schrieb dazu auf Twitter, die Landesliste der Parteifreunde in Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl mit nur einer Frau auf den ersten neun Plätzen sei "kein Grund, sich auf die Brust zu trommeln, sondern ein Armutszeugnis in Sachen Gleichstellung".

Korrektur:  In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass Kritik auch von der CDU-Politikerin Jana Schimke gekommen sei. Das ist falsch; die Bundestagsabgeordnete wurde von der "Bild"-Zeitung mit Blick auf den Parteitag in Sachsen-Anhalt so zitiert: "Man sieht doch, dass es geht. Warum geht es nicht in weiteren gesellschaftlichen Bereichen?" Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Quelle: ntv.de, hvo