Politik

Impfquote wohl unterschätzt Lauterbach kontert Kritik an RKI-Chef Wieler

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Karl Lauterbach sorgt eine mögliche vierte Welle derzeit mehr als die vom RKI wohl zu niedrig ausgewiesenen Impfquoten.

(Foto: picture alliance / Flashpic)

Nach den Zweifeln an der eigenen Impfquote wird Kritik am RKI und seinem Präsidenten Wieler laut. Vor allem FDP und Grüne sehen den RKI-Chef in der Verantwortung und fordern Konsequenzen. Der bekommt nun allerdings einen Fürsprecher aus den Reihen der SPD.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich im Zusammenhang mit unterschiedlichen Impfquoten in Deutschland gegen eine Personaldiskussion beim Robert-Koch-Institut (RKI) ausgesprochen. Er halte solche Debatten um RKI-Chef Wieler für unangebracht, sagte er im "Bericht aus Berlin" in der ARD. Es gebe derzeit Wichtigeres. "Wir sind in einer besonders vulnerablen Phase, wo es jederzeit wieder ein Aufflammen der vierten Welle geben könnte."

Dennoch müsse der Unterschied bei den Impfquoten aufgearbeitet werden, betonte Lauterbach. Es habe Defizite gegeben. Die Diskrepanz der Berechnung des Bundesgesundheitsministeriums und der ausgewiesenen Impfquote durch das Robert-Koch-Institut sei begründungsbedürftig.

Politiker von FDP und Grünen hatten RKI-Chef Wieler im Zusammenhang mit der Ausweisung der Impfquote kritisiert. Das Institut hatte nach einer neuen Auswertung erklärt, die Quote der Geimpften liege wohl fünf Prozentpunkte über der Meldestatistik der Impfstellen. Ein möglicher Grund dafür sei, dass nicht alle Impfungen durch Betriebsärzte, in Arztpraxen oder mobiler Impfteams erfasst würden.

Harsche Kritik von FDP und Grünen

Bei Wieler gebe es "von Fehlereinsicht keine Spur", sagte die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus der "Bild"-Zeitung. Wieler sei "zu nah dran an der Linie der Bundesregierung", kritisierte sie. Die FDP wolle, dass die Behörde nicht länger dem Bundesgesundheitsministerium untersteht. Aschenberg-Dugnus sagte weiter, man habe schon vor Monaten geahnt, dass die Impfrate zu niedrig ausgewiesen werde. Die Bundesregierung habe dies jedoch stets bestritten. "Jetzt haben wir Oktober und Herr Wieler korrigiert die Quote um fünf Prozent nach oben. Und es wird so getan, als wäre das ein Erfolg."

Der Grünen-Politiker Dieter Janecek kritisierte, dass man in anderen Länder solche Probleme mit der Erfassung der Impfquote nicht kenne. "Deutschland ist mal wieder überfordert", sagte er. Janecek sieht auch eine Mitverantwortung Wielers für die langen Schulschließungen in Deutschland: "Das RKI hat einen Kurs mitgetragen, der auf Kinder als angebliche Infektionstreiber ein besonderes Augenmerk gelegt hat."

Quelle: ntv.de, hny

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