Politik

Borne löst de Rugy ab Macron ernennt neue Umweltministerin

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Elisabeth Borne soll nun auch Umweltministerin werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hummer, Champagner und teure Weine auf Staatskosten: Frankreichs Umweltminister de Rugy stellt sein Amt zur Verfügung. Nun ist die Nachfolge geregelt. Die bisherige Verkehrsministerin Borne erhält mehr Macht.

Nach dem Rücktritt des von Enthüllungsberichten diskreditierten französischen Umweltministers bekommt die Behörde eine neue Chefin. Verkehrsministerin Elisabeth Borne wird das Amt übernehmen, wie der Élysée-Palast bekannt gab. Die Zuständigkeit für Verkehrspolitik im Kabinett von Premierminister Édouard Philippe soll die 58-Jährige behalten. Borne bedankte sich für das in sie gesetzte Vertrauen und sprach von einer "großen Ehre".

Ihr Vorgänger François de Rugy war am Dienstag zurückgetreten, nachdem er durch angebliche Verfehlungen in die Kritik geraten war. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Parlamentschef auf Staatskosten zu teuren Abendessen geladen und Arbeiten in seiner Wohnung erledigt lassen zu haben.

De Rugy bestreitet die in den französischen Medien als "Hummer-Affäre" bekannt gewordenen Vorwürfe und hat das investigative Nachrichtenportal "Mediapart" nach eigenen Angaben wegen Verleumdung angezeigt. "Die Angriffe und die mediale Lynchjustiz, die meine Familie betrifft, bringen mich heute dazu, den nötigen Abstand zu gewinnen - was jeder verstehen wird", so De Rugy. Er wolle sich nun verteidigen.

Hummer, Champagner und teure Weine

Der aus dem westfranzösischen Nantes stammende Politiker hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe in der vergangenen Woche mitgeteilt, bei den fraglichen Abendessen habe es sich um informelle Veranstaltungen mit Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft gehandelt. "Mediapart" hatte berichtet, De Rugy habe während seiner Zeit als Präsident der Nationalversammlung etliche Male hauptsächlich Freunde seiner Ehefrau zu opulenten Essen eingeladen. Als Parlamentschef habe er eine wichtige repräsentative Funktion gehabt, so De Rugy.

Nach Angaben von "Mediapart" wurden bei den Essen in der Residenz des Präsidenten der Nationalversammlung, dem Hôtel de Lassay, teure Weine aus dem Keller der Versammlung, Champagner und Hummer serviert. Das Internet-Portal berief sich dabei auf Dokumente, Fotos und Zeugenberichte.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

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