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Neue Ausschreitungen erwartet Mann stirbt bei Gelbwesten-Protest in Belgien

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Ein Bild aus Paris. Für dieses Wochenende wird mit heftigen Protesten gerechnet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit November währen die "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich, sechs Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Nun gibt es auch in Belgien ein Todesopfer.

Erstmals ist bei Gelbwesten-Protesten in Belgien ein Teilnehmer ums Leben gekommen. Ein Lastwagen habe den Mann, der sich an einer Straßensperre der Gelbwesten auf einer Autobahn in Ostbelgien beteiligte, nicht gesehen und ihn überfahren, berichteten belgische Medien nach dem Unglück am Freitagabend. Der Fahrer werde verhört und ihm sei Blut abgenommen worden. Das Opfer sei noch am Unfallort seinen Verletzungen erlegen.

Zu dem Unfall kam es der Nachrichtenagentur Belga zufolge auf Autobahn E25 zwischen der belgischen Stadt Lüttich und der niederländischen Stadt Maastricht. An der Protestaktion nahe der niederländischen Grenze hatten sich demnach zwischen 20 und 30 Gelbwesten beteiligt.

In Frankreich sind bereits mehrere Gelbwesten-Demonstranten bei Protestaktionen ums Leben gekommen. Die Protestbewegung, die mit gelben Warnwesten auf sich aufmerksam macht, war Mitte November als Reaktion auf die Reformpolitik von Emmanuel Macron entstanden und hatte in Belgien schnell Nachahmer gefunden. Ursprünglich demonstrierten die "Gelbwesten" gegen zu hohe Spritpreise, mittlerweile prangern sie aber allgemein die sinkende Kaufkraft an. Ähnlich wie in Frankreich arteten die Proteste in Belgien immer wieder in Gewalt aus, es gab zahlreiche Festnahmen.

In Frankreich werden heute neue Proteste der Gelbwesten erwartet, die größten davon in Paris und der Stadt Bourges. Die Behörden rechnen am neunten Protestwochenende mit einem größeren Zulauf und weiteren Ausschreitungen. Die Regierung hat deshalb ein Großaufgebot von landesweit rund 80.000 Sicherheitskräften mobilisiert, allein 5000 sollen in der Hauptstadt eingesetzt werden.

Der Pariser Polizeipräfekt Michel Delpuech sagte im Sender CNews, er erwarte "mehr Radikalität". Von Woche zu Woche werde das Verhalten der "Gelbwesten" gewalttätiger. In Bourges bleiben Berichten zufolge am Samstag Museen und öffentliche Gärten geschlossen, Parkscheinautomaten wurden abgebaut. Die Präfektur verbot Demonstrationen in der Innenstadt.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP/dpa

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