Politik

Feierstunde in Leipzig Merkel erhält 17. Ehrendoktortitel

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Ehrung für die Bundeskanzlerin.

(Foto: REUTERS)

Einen Termin der angenehmeren Art absolviert Angela Merkel an der Leipziger Handelshochschule. Die Bundeskanzlerin erhält viel Lob und Anerkennung. Aber sie schreibt der Wirtschaft so einige Sachen ins Stammbuch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Ehrendoktorwürde der Leipziger Handelshochschule erhalten. Die CDU-Politikerin nahm die Ehrung in der Oper Leipzig entgegen. Merkel wurde für ihren politischen Führungsstil ausgezeichnet.

In ihrer Dankesrede rief sie zur Kompromissbereitschaft auf. "Ohne den Kompromiss kann die Gesellschaft nicht zusammenhalten", sagte sie. Für die Bundeskanzlerin ist es bereits die 17. Ehrendoktorwürde. Unter anderem trägt sie Ehrendoktortitel von drei israelischen Universitäten, der Universität Leipzig und der Eliteuniversität Harvard in den USA.

Merkel widmete sich in ihrer Rede auch ökonomischen Problemen. Sie beklagte, dass das in der Finanzkrise verloren gegangene Vertrauen der Gesellschaft in wirtschaftliche Führungskräfte nicht wieder hergestellt worden sei. Die Kanzlerin warnte angesichts einer Fixierung auf Börsenkurse vor einer "verengten Sicht auf Shareholder value". Manager müssten einen inneren Kompass haben, der über ihre eigenen Interessen und die ihrer Unternehmen hinausgingen.

Lagarde sieht Merkel als "Ausnahmepersönlichkeit"

Merkel sprach sich gegen eine zu kurzfristige Sichtweise bei Unternehmensführungen aus. "Die soziale Marktwirtschaft steht unter Druck. Sie muss neu definiert werden: Die Prinzipien sind richtig, aber die Gegebenheiten müssen neu ausgearbeitet werden", sagte sie zu Herausforderungen wie der Globalisierung oder Digitalisierung.

Merkel hatte wiederholt sowohl Bankern als auch Managern der Automobilbranche vorgeworfen, dass sie Vertrauen verspielt hätten. Vor Graduierten der HHL betonte sie, dass Unternehmer oder Manager sich immer bewusst sein müssten, "dass das eigene Verhalten das Bild von ganz vielen Menschen prägen kann". Das Bild des Unternehmertums in der Marktwirtschaft habe zweifellos gelitten.

Vor der Verleihung des Ehrendoktortitels hatte die künftige EZB-Präsidentin Christine Lagarde Merkel als "Ausnahmepersönlichkeit" gewürdigt. Merkel habe mit ihrer "herausragenden Führungsleistung" die Welt "in nicht geringem Maße" geprägt, sagte die Französin in ihrer Laudatio. Sie habe in ihrer Karriere "alte Muster" aufgebrochen und die gesellschaftliche Modernisierung in Deutschland vorangetrieben. 

Quelle: n-tv.de, wne/AFP/dpa/rts

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