Politik

"Schlichtweg ungeheuerlich" Merkel verärgert nach SMS-Affäre

Es war nur eine kurze SMS der Kanzlerin an den SPD-Chef, die an die Öffentlichkeit gelangte. Doch seither herrscht offenbar Funkstille zwischen Merkel und Gabriel. Die Veröffentlichung der Textmitteilung sei ein einmaliger Vorgang, der "durch nichts zu erklären oder zu entschuldigen" sei, heißt es in Regierungskreisen.

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Merkel kann bisweilen recht kurz angebunden sein.

(Foto: dpa)

Nach der Veröffentlichung der SMS-Diplomatie zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel herrscht offenbar noch immer Funkstille zwischen beiden. Bis auf weiteres habe Merkel den Kontakt zum Chef der größten Oppositionspartei eingestellt, schreibt der "Spiegel". Im Kanzleramt werde nun überlegt, in welcher Form künftig in dringenden Fällen noch mit ihm kommuniziert werden könne, schreibt das Magazin unter Berufung auf Regierungskreise gut drei Wochen nach dem Vorfall. Selbst ein Telefonat scheide nach dieser Erfahrung aus, hieß es demnach.

Der SPD-Chef hatte der Kanzlerin für das Amt des Bundespräsidenten den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Joachim SPD und Grüne schicken Gauck als parteiübergreifenden Kandidaten vorgeschlagen. Merkels knappe Geschacher ums Präsidentenamt "Danke fuer die info und herzliche Grüße am" war an die Medien gelangt.

Die Veröffentlichung der Textmitteilung sei "ein einmaliger Vorgang, schlichtweg ungeheuerlich und durch nichts zu erklären oder zu entschuldigen", zitiert das Magazin Regierungskreise. Laut "Spiegel" ist die Verstimmung der Kanzlerin so groß, dass sie einen Entschuldigungsversuch Gabriels per SMS unbeantwortet ließ. Im politischen Umgang von Opposition und Regierung sei es bisher gängige Praxis gewesen, dass Kanzler und Oppositionsführer sich darauf verlassen könnten, dass Vier-Augen-Gespräche oder Telefonate diskret behandelt würden, hieß es.

Quelle: n-tv.de, dpa

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