Politik

Nach Nominierung Merz macht Bundestags-Kandidatur offiziell

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Merz musste sich im Januar bei der Wahl zum CDU-Bundesvorsitz Armin Laschet geschlagen geben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nun ist es offiziell: Friedrich Merz will in den Bundestag zurückkehren. Das verkündet der CDU-Politiker einen Tag nach seiner Nominierung durch die Stadtverbände Arnsberg und Sundern. Sein Kontrahent in dem Wahlkreis will sich jedoch nicht so einfach geschlagen geben.

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz bewirbt sich im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen um eine Kandidatur für den Bundestag. "Der Hochsauerlandkreis ist meine politische und persönliche Heimat", twitterte Merz am Abend. "Ich hätte große Freude daran, die Menschen und unsere Region im Bundestag zu vertreten."

Zudem teilte der 65-Jährige seine Entscheidung in einem Brief an die Mitglieder der Kreisvorstände und Vorsitzenden der Ortsverbände der CDU mit, wie sein Sprecher bestätigte. Am Montag war Merz von den Stadtverbänden Sundern und Arnsberg einstimmig als Kandidat für den Bundestagswahlkreis vorgeschlagen worden, wie ntv berichtete.

Man habe dabei den vielfach aus der CDU geäußerten Wunsch berücksichtigt, dass Merz auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Politik des Landes einnehmen solle, hieß es in einer Mitteilung der Stadtverbände. Am Abend berät der CDU-Kreisvorstand über das Verfahren zur Aufstellung der Kandidaten.

Derzeit sitzt Patrick Sensburg als CDU-Abgeordneter für den Wahlkreis im Bundestag. Der Verwaltungsexperte und Präsident des Bundeswehr-Reservistenverbandes will an seiner Kandidatur festhalten. "Wenn es sein muss, scheue ich auch keine Kampfkandidatur", sagte der 49-Jährige dem "Spiegel". Die Entscheidung soll nach aktuellem Stand im April getroffen werden.

Sensburg hatte den Bundestagswahlkreis 2009 von Merz übernommen - und ihn bei den Wahlen 2009, 2013 und 2017 direkt gewonnen, zuletzt mit 48 Prozent der Stimmen. Merz zog sich damals aus der aktiven Politik zurück und wechselte in die Wirtschaft. Er hatte das Mandat im Wahlkreis zuvor vier Mal in Folge mit absoluter Mehrheit gewonnen.

Sensburg wies gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland darauf hin, dass er seine erneute Kandidatur bereits im Januar erklärt habe. "Da war Friedrich Merz noch in ganz anderen Gedanken", sagte Sensburg in Anspielung auf Merz' Vorsitz-Ambitionen.

Merz musste sich im Januar bei der Wahl zum CDU-Bundesvorsitz dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet geschlagen geben. Danach hielt er sich zunächst mit Äußerungen über seine weiteren politischen Ambitionen zunächst zurück.

Bereits am Wochenende war bekanntgeworden, dass der im Januar im Kampf um den CDU-Parteivorsitz gegen Armin Laschet unterlegene Merz sich eine Kandidatur vorstellen könne. Der in Brilon geborene Jurist war von 2000 bis 2002 CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2009 kandidierte Merz nicht mehr, kümmerte sich stattdessen um seine Anwaltskanzlei und ging in die Wirtschaft, etwa zum amerikanischen Vermögensverwalter Blackrock, wo er Aufsichtsratschef für Deutschland wurde. 2018 unterlag Merz in einer Stichwahl um den CDU-Parteivorsitz Annegret Kramp-Karrenbauer.

Quelle: ntv.de, hek/dpa/DJ

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