Politik

Mutmaßlicher Racheakt Messerstecher verletzt Danzigs Bürgermeister schwer

Bei einem Charity-Event stürmt ein Mann die Bühne und attackiert Danzigs Bürgermeister mit einem Messer. Schwer verletzt kommt der Politiker ins Krankenhaus. Die Tat schockiert Polen.

Auf offener Bühne ist Danzigs Bürgermeister Pawel Adamowicz bei einer Benefizveranstaltung von einem Mann mit einem Messer schwer verletzt worden. Der Zustand des derzeit parteilosen Politikers sei sehr ernst, es gebe aber Hoffnung, so Polens Präsident Andrzej Duda. Hinter der Tat wird eine Racheaktion vermutet.

"Der Patient lebt", sagte der Chirurg Tomasz Stefaniak nach einer fünfstündigen Operation im Universitätskrankenhaus der polnischen Hafenstadt in der Nacht auf Montag. Sein Zustand sei aber "sehr, sehr ernst": "Die nächsten Stunden werden entscheidend sein." Adamowicz wurde den Angaben zufolge am Herz und an anderen Organen verletzt.

Der Täter soll während des Angriffs gerufen haben, dass er unschuldig in Haft gewesen sei, hieß es unter Berufung auf Augenzeugen. Der 27-jährige Danziger, der Berichten zufolge wegen Banküberfällen eine mehr als fünfjährige Haftstrafe abgesessen hatte, wurde festgenommen. Am heutigen Montag will ihn die Staatsanwaltschaft vernehmen. Polnische Politiker verurteilten die Tat.

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Adamowicz gehörte bis 2015 der derzeitigen Oppositionspartei Bürgerplattform PO an. Nach Angaben des Warschauer Innenministeriums wurde der Politiker nach dem Angriff reanimiert. Anschließend kam er ins Krankenhaus, wie Adamowiczs Sprecherin Magdalena Skorupka-Kaczmarek sagte.

Rache für Haftstrafe?

Der Angreifer hatte Medienberichten zufolge beim Finale einer landesweiten Spendenaktion die Bühne gestürmt und Adamowicz attackiert. Der mutmaßliche Täter habe der Bürgerplattform PO die Schuld für seine Haft gegeben, meldete die Agentur PAP unter Berufung auf Videoaufnahmen der Tat.

Auf in polnischen Medien verbreiteten Aufnahmen war zu sehen, dass der Angreifer nach der Tat auf der Bühne blieb und triumphierte, bis er vom Sicherheitspersonal überwältigt wurde. "Er hat sich gefreut", sagte eine Augenzeugin dem Sender TVN24. Der Mann sei nach seiner Haftstrafe noch nicht lange wieder auf freiem Fuß, berichteten Medien. Der Pole soll mit einer Medienakkreditierung in die Nähe der Bühne der Spendengala, auf der Adamowicz eine Rede gehalten hatte, gekommen sein.

Die Tat während einer bekannten Benefizveranstaltung der Organisation WOSP erschütterte ganz Polen. Bei dem jährlichen Event wird Geld für die Ausstattung von Kinderkrankenhäusern gesammelt. Der Angriff auf das Leben und die Gesundheit Adamowiczs müsse aufs Schärfste verurteilt werden, so Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Innenminister Joachim Brudzinski sprach von einem "Akt der Barbarei".

Quelle: n-tv.de, bad/kpi/dpa/AFP