Politik

Dutzende Tote bei Protesten Militärjunta in Myanmar verhängt Kriegsrecht

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Die Sicherheitskräfte gehen mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition gegen die Demonstranten vor.

(Foto: dpa)

Seit der Machtübernahme des Militärs gehen die Menschen in Myanmar jeden Tag zu Zehntausenden auf die Straße. Die Sicherheitskräfte greifen immer härter durch. In bestimmten Stadtteilen der Stadt Yangon gilt künftig das Kriegsrecht.

Die Junta in Myanmar hat nach neuen Protesten das Kriegsrecht in zwei Stadtteilen der Wirtschaftsmetropole Yangon verhängt. Der Kommandeur in der Region Yangon erhalte entsprechende Vollmachten, um "effizienter die Sicherheit aufrechtzuerhalten sowie Rechtsstaatlichkeit und Ruhe zu gewährleisten", sagte ein Nachrichtensprecher im Staatsfernsehen. Die Sonderbefugnisse gelten demnach in den Stadtteilen Hlaing Tharyar und Shwepyitha.

Bei Protesten am Wochenende waren mindestens 29 weitere Menschen von den Sicherheitskräften getötet worden. Das ging aus Augenzeugen- und Medienberichten hervor. Am stärksten betroffen war Yangon. China zeigte sich alarmiert darüber, dass es in dem Bezirk zur Plünderung und Zerstörung chinesischer Fabriken gekommen sei. Das Staatsfernsehen in Myanmar berichtete zudem vom Tod eines Polizisten in einer anderen Stadt. Die von der Armee abgesetzte Zivilregierung meldete sich über Facebook mit einer Ansprache an das Volk.

Der amtierende Regierungschef Mahn Win Khaing Than kündigte an, die gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen, "dass die Menschen das Recht haben, sich selbst zu verteidigen". Er sprach vom "dunkelsten Augenblick des Landes" und fügte hinzu, die "Morgendämmerung" sei aber nah. Mahn Win Khaing Than befindet sich auf der Flucht wie die meisten hochrangigen Vertreter der Regierungspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD).

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Seit dem Putsch wurden nach Angaben von Beobachtern aus Myanmar schon mehr als 80 Menschen bei Protesten getötet.

(Foto: dpa)

Die gestürzte De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi dagegen befindet sich weiter im Polizeigewahrsam. Seit das Militär Anfang Februar die Macht an sich gerissen und die zivile Regierung abgesetzt hat, kommt es praktisch täglich zu Massendemonstrationen. Dabei werden die Freilassung und die Wiedereinsetzung von Aung San Suu Kyi ins Amt gefordert.

Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Assistance Association for Political Prisoners wurden bei den Protesten bislang mehr als 80 Menschen getötet und über 2100 festgenommen. Am Sonntag eröffneten Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten in Yangon und töteten mindestens 14 Menschen, wie die Mediengruppe Myanmar Now unter Berufung auf Informationen aus den Rettungskräften und einem Krankenhaus berichtete. Andere Medien nannten höhere Opferzahlen. Schwerpunkt der Gewalt war der Bezirk Hlaingthaya.

China sorgt sich um eigene Fabriken

Die chinesische Botschaft in Myanmar rief dazu auf, die Sicherheit dort schnell wiederherzustellen. Die Lage vor Ort sei "sehr ernst". "Einige chinesische Fabriken wurden geplündert und zerstört, und viele chinesische Mitarbeiter wurden verletzt und eingesperrt", heißt es in einer Mitteilung der Botschaft auf Facebook. Deswegen sei eine Warnung an chinesische Bürger in Myanmar gerichtet worden. Zwei weitere Tote gab es laut Medien und Augenzeugen in anderen Städten.

Bereits am Samstag wurden mindestens 13 Todesfälle bekannt. Das war eine der höchsten Opferzahlen seit dem Putsch am 1. Februar. Der Staatssender MRTV berichtete, in der Stadt Bago seien ein Polizist getötet und drei weitere verletzt worden. Demonstranten hätten Steine geworfen und Steinschleudern benutzt. Es werde geprüft, ob sie auch Schusswaffen hatten. Es ist der zweite Tod eines Polizisten, der bislang im Zuge der Proteste gemeldet wurde.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/rts

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