Politik

Nach Krawallen in Connewitz Polizisten sammeln Pflastersteine ein

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Etwa 100 Vermummte hatten in der Nacht erneut mit Gewalt gegen eine Hausräumung protestiert.

(Foto: dpa)

Zwei Nächte in Folge kommt es in Leipzig zu gewalttätigen Ausschreitungen in der linken Szene. Polizisten werden mit Steinen und Flaschen beworfen - unter ihnen gibt es mehrere Verletzte. Während die Polizei danach Spuren sichert, findet Leipzigs Bürgermeister deutliche Worte.

Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung hat die Krawalle nach Hausbesetzungen in der Stadt "aufs Schärfste" verurteilt. Die Debatte um bezahlbaren Wohnraum habe mit den Besetzungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen einen schweren Rückschlag erlitten, erklärte der SPD-Politiker. "Man schafft keinen Wohnraum, indem man Polizisten angreift und Barrikaden anzündet." Die wichtige Wohnraumdebatte werde nun schwerer, denn jetzt müsse erst verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden.

Indes begann die Polizei nach den Ausschreitungen der letzten Nacht mit der Spurensicherung. Polizeibeamte sammelten noch Steine ein, mit denen die Demonstranten Polizeifahrzeuge beworfen hatten. Die Steine wurden in Plastiktüten verpackt und zur Auswertung mitgenommen. Polizeiangaben zufolge sind bei der Demo acht Beamte leicht verletzt worden. Sechs Polizeifahrzeuge wurden beschädigt. Zur Schadenshöhe liegen noch keine näheren Informationen vor.

Etwa 100 Menschen hatten am Freitagabend teils gewalttätig im Leipziger Stadtteil Connewitz demonstriert. Vermummte warfen laut Polizei Pflaster- und Ziegelsteine auf einen Polizeiposten und eintreffende Einsatzkräfte, Mülltonnen wurden angezündet und brennende Barrikaden auf die Schienen der Straßenbahn gelegt. "Es gab einen massiven Steinbewurf auf unsere Einsatzkräfte und Fahrzeuge", berichtete Polizeisprecherin Dorothea Benndorf.

Auslöser war Räumung eines Hauses

Bereits in der Nacht zu Freitag war es zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen bei einer Demonstration im Leipziger Osten gekommen. Im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld hatte es ebenfalls Krawalle der linken Szene gegeben. Bei der nicht angemeldeten Demonstration wurden Polizeibeamte aus einer Menge von rund 350 Menschen heraus mit Flaschen beworfen. Zudem wurden Böller gezündet, Barrikaden errichtet und Müllcontainer angezündet.

Hintergrund der Krawalle ist die Räumung eines besetzten Hauses am Mittwoch im Leipziger Osten. Auslöser dafür war eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gewesen. Die Polizei setzte daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Leipzig durch. In den sozialen Medien wurde anschließend in der Szene zu Protesten aufgerufen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP