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Streit um INF-Abrüstungsvertrag Putin droht den USA mit neuen Raketen

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Russische Raketen bei einer Militärparade in Moskau.

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Der INF-Vertrag zwischen Moskau und Washington regelt den Verzicht auf atomare Mittelstreckenwaffen. Doch im Oktober kündigen die USA ihren Ausstieg aus dem Abkommen an. Nun lässt Putin die Muskeln spielen und droht mit Aufrüstung.

Im Streit mit den USA um die Zukunft des INF-Abrüstungsvertrags hat der russische Präsident Wladimir Putin abermals mit Aufrüstung gedroht. Die russische Armee könnte bestehende see- und luftgestützte Raketen für die Stationierung am Boden umrüsten, sagte Putin im Verteidigungsministerium in Moskau. Die Stationierung dieser Geschosse am Boden ist laut dem INF-Vertrag unzulässig.

Eine Umrüstung der Raketen für den Einsatz vom Boden aus wäre "wahrscheinlich nicht sehr schwierig", sagte Putin. In Frage käme dafür auch die neue Überschall-Rakete "Kinschal", auf die Russland große Hoffnungen setzt. "Niemand hat so etwas". Zudem habe sein Land erfolgreich die neue ballistische Interkontinentalrakete "Sarmat" getestet, sagte der Kremlchef. Mit großer Reichweite könne sie über Nord- wie Südpol angreifen. "Ich hoffe, dass unsere neuen Systeme jene zum Nachdenken zwingen werden, die an militaristische und aggressive Rhetorik gewöhnt sind", sagte Putin. Mit den neuen Waffen sei die Sicherheit Russlands in den kommenden Jahrzehnten "zuverlässig und bedingungslos" gewährleistet, sagte er.

US-Präsident Donald Trump hatte Ende Oktober den Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag angekündigt. Die USA werfen Russland vor, gegen den Vertrag zu verstoßen. Im Dezember räumte Washington Moskau dann eine letzte Frist von 60 Tagen bis Mitte Februar ein, um zu den Bestimmungen des Vertrages zurückzukehren. Russland reagierte auf die Vorwürfe und Forderungen wiederholt mit der Androhung einer Aufrüstung.

Der INF-Vertrag wurde 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossen. Das Abkommen verpflichtet Washington und Moskau zur Abschaffung aller landgestützten ballistischen Raketen und Marschflugkörper mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern. Zugleich untersagt es auch die Produktion und Tests solcher Systeme.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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