Politik

Kandidatur bei Wahl 2018 Putin will Russlands Präsident bleiben

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Seit 2002 wird Russland von Wladimir Putin geführt.

(Foto: dpa)

Kremlchef Wladimir Putin will bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr erneut antreten - es wäre die vierte Amtszeit des Präsidenten. Um seine Kandidatur hat der 65-Jährige lange ein Rätsel gemacht. Nun sucht er sich einen symbolischen Ort, um sie zu verkünden.

Russlands Staatschef Wladimir Putin will bei der Präsidentschaftswahl im März 2018 erneut antreten. Seine Kandidatur für weitere sechs Jahre als Präsident kündigte Putin bei einem Besuch in einer Fabrik in Nischni Nowgorod umgeben von Arbeitern an. "Ich werde meine Kandidatur für den Posten des russischen Präsidenten einreichen", sagte er. Die Ankündigung wurde live im russischen Fernsehen übertragen.

Putin hatte zuletzt ein großes Rätsel aus seiner Kandidatur gemacht - und sich auch auf Nachfrage nicht festlegen wollen. Er wolle seine Kandidatur von der Unterstützung der Öffentlichkeit abhängig machen, hatte er Tausenden Menschen bei einer Jugendveranstaltung in Nischni Nowgorod zugerufen. Der genaue Termin der russischen Präsidentschaftswahl muss spätestens bis zum 17. Dezember mitgeteilt werden.

Mehrere Politiker und Personen des öffentlichen Lebens haben sich bereits ins Rennen gebracht - darunter Rechtspopulist Wladimir Schirinowski, der Kommunistenführer Gennadi Sjuganow und der Liberale Grigori Jawlinski von der Partei Jabloko. Im Oktober hatte auch die regierungskritische Journalistin Xenia Sobtschak ihre Kandidatur angekündigt; sie machte ebenfalls in Nischni Nowgorod Wahlkampf.

Geringe Wahlbeteiligung erwartet

Die 36-Jährige sagt, sie stehe für einen echten politischen Wettbewerb und sei die "Kandidatin gegen alle". Putin-Kritiker vermuten in ihrer Bewerbung einen Schachzug der Kreml-Strategen. Sie solle eine Alternative zum Oppositionellen Alexej Nawalny sein, der wegen einer Bewährungsstrafe in einem Betrugsfall nicht kandidieren darf. Alle Gegenkandidaten gelten aber als chancenlos.

Laut der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum dürfte sich eine geringe Wahlbeteiligung abzeichnen. Weniger als 60 Prozent der Befragten gaben an, wählen gehen zu wollen. Davon wollten 67 Prozent Putin ihre Stimme geben. Seine Zustimmungsrate liegt trotz wachsender Probleme in Russland - wie etwa Korruption und Armut - bei offiziell etwa 80 Prozent.

Putin führt Russland seit dem Jahr 2000. Von 2008 bis 2012 war er Regierungschef, wechselte dann aber wieder auf den Posten des Präsidenten.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP/dpa/rts

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