Politik

Kampf gegen die Taliban Schließt Kabul mit Ex-Warlord einen Pakt?

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Abdul Raschid Dostum verfügt in Afghanistan noch immer über Einfluss.

(Foto: picture alliance / AA)

Als Teil der Nordallianz unterstützte er 2001 die USA beim Einsatz in Afghanistan. Nun ist der frühere Kriegsherr Dostum zurück in seiner Heimat, um sich mit der Regierung zu beraten. Es ist möglich, dass der 67-Jährige seine Milizen erneut gegen die Taliban ins Feld führt.

Angesichts des Vormarsches der Taliban am Hindukusch ist der berüchtigte Kriegsherr und Ex-Vize-Präsident Abdul Raschid Dostum nach Afghanistan zurückgekehrt. Dostum sei am Mittwochabend in Kabul eingetroffen und habe sich mit hochrangigen Regierungsvertretern getroffen, um über die Sicherheit in der nördlichen Provinz Dschausdschan zu sprechen, sagte sein Sprecher. Dostum hielt sich monatelang in der Türkei auf, wo er vermutlich medizinisch behandelt wurde. "Er wartet darauf, Präsident Aschraf Ghani zu treffen", sagte der Sprecher weiter.

Der mächtige Usbeke Dostum ist in Afghanistan dafür berüchtigt, dass er in dem jahrzehntelangen Konflikt im Land extreme Gewalt ausgeübt und oft die Seiten gewechselt hat. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unterstützte er den Militäreinsatz der USA in Afghanistan. Als Teil der sogenannten Nordallianz bekämpften seine Milizen die Taliban.

Dostum drohte Prozess in Afghanistan

Einen Großteil seiner Amtszeit als Vize-Präsident verbrachte Dostum im Exil in der Türkei, weil ihm in Afghanistan ein Verfahren wegen Entführung, Misshandlung und Vergewaltigung drohte. Offenbar setzt Kabul nun auf die Truppen des früheren Warlords, um die Taliban im Norden zurückzudrängen.

Die afghanischen Streitkräfte kämpfen derzeit an mehreren Fronten gegen die Taliban, die ihre Offensiven auf mehrere Provinzhauptstädte fortsetzen. Besonders gravierend ist die Situation in Laschkar Gah, der Hauptstadt der südlichen Provinz Helmand. Nach UN-Angaben wurden dort in den vergangenen Tagen dutzende Zivilisten getötet.

Seit dem Beginn des Abzugs der Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Islamisten weite Teile des Landes erobert, bislang aber keine größeren Städte. Die monatelangen Gespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung in Katars Hauptstadt Doha sind derweil ins Stocken geraten.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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