Politik

"Sehnsucht nach Privatheit" Seehofer freut sich auf den Ruhestand

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In der Politik sei für ihn nun "eine Grenze erreicht", sagt Horst Seehofer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Horst Seehofer auf Landes- und Bundesebene in der Politik aktiv. Dem Ende seiner Karriere und dem Rückzug in die Privatheit blickt der Innenminister mit Freude entgegen. Rückblickend würde er einige Dinge anders machen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer freut sich auf seinen bevorstehenden Abschied aus der aktiven Politik. "In der Abwägung überwiegt eindeutig eine Sehnsucht nach Privatheit, nach dieser Freiheit von Terminen und Zwängen", sagte Seehofer dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung". Nach mehr als 40 Jahren in der Politik sei er "eigentlich weit über den Durst".

Seehofer ist derzeit Bundesinnenminister, war aber auch schon Gesundheits- sowie Landwirtschaftsminister. Zudem war er mehrere Jahre CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident.

Dem SZ-Magazin sagte Seehofer, seine schlechteste Eigenschaft sei "Verführbarkeit, etwa durch Stimmungen". Er würde heute auch manche Rede nicht mehr halten. "Da schießt mir das Blut in die Wangen." Dazu zähle etwa die Bemerkung von 2011, sich "bis zur letzten Patrone" gegen die Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme wehren zu wollen.

Seehofers Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel ist ambivalent, in der Öffentlichkeit lobte und kritisierte er sie. Gegenüber dem Magazin sagte er: "Sie ist eine große Politikerin, eine sehr große. Vergleichbares sehe ich zurzeit in Europa nicht, trotz aller Auseinandersetzungen."

Als Zäsur in seinem Leben beschrieb Seehofer eine lebensbedrohliche Erkrankung im Jahr 2002, aber auch den Tod seines Vaters 1971. "Das war eine ganz bittere Zeit", sagte er. Schwierige Lebenssituationen habe er immer allein gemeistert. "Einsam habe ich mich nie gefühlt." In der Politik aber sei für ihn nun "eine Grenze erreicht". "Ich werde jetzt 72 und bin eigentlich weit über den Durst. Es kommt über die Jahrzehnte viel Routine", sagte Seehofer. "Meine Frau sagt manchmal, wenn ich daheim wegfahre: Es dauert nimmer lang. Also, ich freue mich. Wirklich."

Quelle: ntv.de, chf/AFP

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