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Söder wird Ministerpräsident Seehofer tritt "rundum zufrieden" ab

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dpa

Zerknirscht, aber entschlossen verteidigt Bayerns Ministerpräsident Seehofer den Ausgang des innerparteilichen Machtkampfs. Der vorzeitige Rücktritt sei schwierig, aber richtig. Lob für seinen Nachfolger Söder hat Seehofer dennoch nicht parat.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat nach der Sitzung des CSU-Parteivorstands seine Zufriedenheit mit dem Ausgang des CSU-Machtkampfs unterstrichen. "Ich habe Markus Söder und er mir eine gute Zusammenarbeit versprochen", sagte Seehofer. Er werde das Amt des bayerischen Regierungchefs voraussichtlich im ersten Quartal 2018 abgeben. "Ich bin erleichtert, dass wir eine ungewöhnlich schwierige Wegstrecke für die Partei gemeinsam hinbekommen haben."

Das Amt des Ministerpräsidenten sei ihm "ans Herz gewachsen", sagte Seehofer. "Mein Gott, das wäre unehrlich, wenn man nicht sagen würde, das fällt einem persönlich nicht leicht", räumte Seehofer ein. Dennoch sei die Entscheidung richtig. "Ich habe jedenfalls den Weg geöffnet für die Erneuerung der Regierungsspitze in Bayern", sagte Seehofer. "Wir hatten in den vielen Wochen einen Siedepunkt erreicht, der es nötig gemacht hat, die Situation zu beenden."

Er habe einen geordneten Übergang herbeigeführt, das sei in der Politik "nicht Standard". Weiter sagte Seehofer: "Ich habe in den letzten Wochen alles getan, um eine konsensuale Lösung herbeizuführen. Das war ein großer Kraftakt." Es habe mehrere geheime Gespräche mit Söder gegeben. "Die wichtigsten Gespräche haben das Licht in die Öffentlichkeit nicht gefunden." Seehofers Vertrauter Andreas Scheuer werde Generalsekretär bleiben. Dem habe Söder bereits zugestimmt.

"Wir werden mit den Personen in den Wahlkampf gehen, mit denen wir die höchsten Erfolgsaussichten haben", sagte Seehofer. Ein Lob oder freundliches Wort, mit dem Seehofer Söder als seinen Nachfolger empfiehlt, kam ihm nicht über die Lippen. Seehofer sagte, der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz stehe vor größeren Problemen. "Da geht es um politische Richtungen, bei uns um Personen."

"Der Wechsel gehört zum Leben"

Zugleich kündigte Seehofer an, erneut für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren. "Es ist der Wunsch, dass ich nochmal als Parteivorsitzender antrete", sagte Seehofer. Er werde noch in Berlin gebraucht. "Ich glaube, ich kann da aufgrund meiner jahrzehntelangen Erfahrung noch einen wichtigen Beitrag leisten."

Seehofer schloss nicht aus, in Berlin ein Ministeramt zu übernehmen. "Ich bringe jetzt meine Kraft ein in einer ungewöhnlich schwierigen Situation, die wir so in Deutschland noch nicht gehabt haben", sagte Seehofer. "Was sich weiter für mich da ergibt, das werden wir sehen. Für mich muss sich nichts ergeben, damit wir uns auch mal verstehen." Er sei ein "sehr freier Mensch", betonte Seehofer.

Er habe in seinem Amt immer wieder gesagt, "der Wechsel gehört zum Leben", etwa bei Pensionierungsfeiern. "Da muss man den Grundsatz auch akzeptieren, wenn man selbst betroffen ist", sagte Seehofer. "Das war ein Tag, der mich heute rundum zufrieden macht." Gelächelt hat Seehofer während der Pressekonferenz nicht.

Quelle: n-tv.de, shu

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