Politik

US-Soldaten in Kenia Shabaab-Terroristen stürmen Militärbasis

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Dieses Foto von Al-Shabaab-Kämpfern entstand 2011.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Radikalislamische Terroristen von der Shabaab-Miliz stürmen in Kenia eine auch von US-Soldaten genutzte Militärbasis. Im Morgengrauen greifen sie an - dabei geht es um einen Konflikt, der über das afrikanische Land hinausgeht. Es gibt mehrere Todesopfer.

Die radikalislamische Shabaab-Miliz hat eine von kenianischen und US-Streitkräften genutzte Militärbasis in Kenia angegriffen. Bei einem Angriff sind ein US-Soldat und zwei private Mitarbeiter des US-Militärs getötet worden. Zudem wurden bei der Attacke auf einen Flugplatz in Kenia, der auch vom US-Militär als Stützpunkt genutzt wird, zwei Soldaten verletzt, wie die für Afrika-Einsätze zuständige Kommandozentrale der US-Streitkräfte (Africom) erklärte. Das US-Militär werde die für den Angriff verantwortlichen Terroristen der somalischen Terrorgruppe zur Strecke bringen, erklärte General Stephen Townsend.

Zuvor hatte die kenianische Armee auf Twitter mitgeteilt, am Morgen sei versucht worden, auf den zivilen Teil des Flugplatzes Manda Bay am Indischen Ozean vorzudringen. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden. "Bislang wurden vier Leichen von Terroristen gefunden. Der Flugplatz ist sicher", hieß es.

Die Shabaab-Miliz bekannte sich in einer Mitteilung zu dem Angriff. Sie kämpft vornehmlich um die Herrschaft über das benachbarte Somalia, hat aber auch in Kenia bereits mehrere Anschläge verübt. Der Grund dafür liegt in der Entsendung kenianischer Truppen ins Nachbarland, die die Dschihadisten bekämpfen sollen. Die Shabaab-Miliz soll über 5000 bis 9000 Kämpfer verfügen, ihr Anführer ist seit 2014 Ahmed Umar Dirieh alias "Abu Ubaida".

Regelmäßig Anschläge und Vergeltungsschläge

Seit 2012 ist sie offiziell mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden; eine kleine Minderheit schloss sich vor kurzem der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) an. Zuletzt ermordete die Shabaab-Miliz Ende Dezember bei einem verheerenden Bombenanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu 81 Menschen.

Erst am Montag waren bei US-Luftangriffen in Somalia vier Kämpfer der Shabaab-Miliz getötet worden. Wie das Afrika-Kommando der US-Streitkräfte (Africom) mitteilte, führte die US-Armee drei Luftangriffe in dem ostafrikanischen Land aus. Sie seien mit der dortigen Regierung abgestimmt gewesen. Mit den Attacken reagierten die US-Streitkräfte auf den Bombenanschlag vom vergangenen Samstag.

Die Terrorgruppe kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft. Die sunnitischen Fundamentalisten beherrschen große Gebiete im Süden und Zentrum des ostafrikanischen Landes und verüben immer wieder Anschläge, zuletzt bevorzugt auf Hotels, öffentliche Gebäude oder Plätze und auch auf Regierungseinrichtungen.

Zwar haben die Shabaab seit 2011 viele ihrer früheren Bastionen verloren, doch bleiben sie bis heute die größte Bedrohung für den Frieden in Somalia. Auf ihr Konto soll unter anderem der blutigste Anschlag in der Geschichte des Landes gehen, bei dem im Oktober 2017 in Mogadischu mehr als 500 Menschen getötet wurden. Bis heute bekannte sich die Miliz nicht zu der Tat, die landesweit Entsetzen und Wut auslöste. Die US-Streitkräfte unterstützen die somalische Regierung im Kampf gegen die Gruppe mit Luftangriffen und bilden Soldaten aus. Zudem leistet eine Truppe der Afrikanischen Union (AU) Unterstützung.

Quelle: ntv.de, vpe/hul/AFP/dpa