Politik

Brite liefert Videos vom Krieg Sohn von Ex-Ministerin Helen Grant kämpft in der Ukraine

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Ben Grant (r.) bei sei Ankunft am Bahnhof von Lwiw mit zwei weiteren britischen Freiwilligen.

(Foto: REUTERS)

Der Brite Ben Grant kämpft in der Ukraine gegen die russischen Invasoren. In einem Video ist zu sehen, wie der frühere Marineinfanterist mit seiner Einheit ein russisches Militärfahrzeug ausschaltet. Moskaus Justiz will den Sohn einer Tory-Abgeordneten für seinen Einsatz zur Rechenschaft ziehen.

Der Sohn der britischen Parlamentsabgeordneten und Ex-Ministerin Helen Grant hat laut Medienberichten bei einem Gefecht in der Ukraine dabei geholfen, einen russischen Radschützenpanzer zu zerstören. Wie die Zeitung "Independent" meldet, gibt es ein Video, das den Angriff einer Gruppe ukrainischer Fremdenlegionäre zeigt. Demnach hört man in dem kurzen Clip, wie Ben Grant Befehle gibt, ehe eine Rakete aus einer deutschen Panzerabwehrwaffe vom Typ Matador das Fahrzeug trifft. Eine Drohnenaufnahme zeigt, wie der Schützenpanzer nach dem Treffer noch einige Meter fährt, ehe eine Detonation Teile der oberen Panzerung wegsprengt. Bei dem Angriff sollen laut dem Blatt acht russische Soldaten ums Leben gekommen sein.

Der 30-jährige Grant kämpft seit März als Freiwilliger in der ukrainischen Fremdenlegion gegen Moskaus Verbände. Seine Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, schilderte der ehemalige britische Marineinfanterist kurz nach seiner Ankunft in der Ukraine einem Reporter des "Guardians". Auslöser sei demnach eine Aufnahme von einem russischen Bombenangriff auf ein Haus gewesen, in dem ein Kind geschrien habe. "Ich dachte, ich bin Vater von drei Kindern, und wenn das meine Kinder wären, wüsste ich, was ich tun würde: Ich würde gehen und kämpfen", sagte Grant. Ihm zufolge soll seine Mutter, die von 2013 bis 2015 britische Sport- und Tourismusministerin war, nichts von seinen Plänen gewusst haben.

Die britische Presse berichtete zuletzt von einem weiteren Video, dass einige Tage vor dem Schützenpanzer-Angriff entstanden sein soll. Es zeigt, wie der Afghanistan-Veteran Grant unter feindlichem Beschuss einen durch eine Mine verletzten Kameraden vom Schlachtfeld trägt. Seine 15-köpfige Einheit, bestehend aus britischen und amerikanischen Freiwilligen und zwei ukrainischen Übersetzern, sei im Raum Charkiw in einen Hinterhalt geraten, erzählte Grant dem "Telegraph". Vermutlich hatten feindliche Drohnen seine Einheit aufgespürt. In dem Video hört man Grant schreien: "Wir müssen uns jetzt bewegen, oder wir werden sterben", während er mit einem anderen Kameraden den verletzten britischen Kämpfer durch ein Waldgebiet schleppt.

Den Angaben des "Telegraphs" zufolge soll sich das Gefecht Anfang Mai ereignet haben. Demnach wurde der verletzte Soldat später in einem Krankenhaus in der ukrainischen Hauptstadt Kiew behandelt, wo die Ärzte sein Bein retten konnten.

Die Moskauer Justiz hat bereits auf die Medienberichte von Grants Taten reagiert. "Im Rahmen eines Strafverfahrens wegen Söldnertums untersuchen die Ermittler die Rolle eines Verwandten der britischen Parlamentarierin Helen Grant", teilte das russische Ermittlungskomitee am Sonntag auf Telegram mit. Nach Angaben der Behörden leitete der Beschuldigte "den Angriff einer Gruppe von westlichen Söldnern auf russische Militärtechnik in der Ukraine". Söldnertum kann in Russland mit bis zu sieben Jahren Gefängnis geahndet werden. Nach Angaben Kiews sollen etwa 20.000 Ausländer als Freiwillige aufseiten der Ukraine kämpfen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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