Politik

"Schlagt sie in den Nacken" Syrische Rebellen kündigen Offensive an

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Am Wochenende bombardierte die Armee von Machthaber Baschar Al-Assad die Altstadt von Aleppo.

(Foto: REUTERS)

Die ohnehin instabile Waffenruhe in Syrien steht vor dem Aus: Nach Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Rebellen mit Dutzenden Toten in Aleppo bereiten mehrere islamistische Gruppen eine neue Schlacht vor.

Wegen angeblicher Verstöße der Regierungstruppen gegen die Waffenruhe wollen mehrere syrische Rebellengruppen eine Großoffensive starten. "Nach der Zunahme der Verstöße durch Regierungskräfte, darunter die gezielte Vertreibung von Menschen und die anhaltende Bombardierung von Wohnvierteln, erklären wir in Reaktion den Beginn der Schlacht", erklärten zehn Rebellengruppen in einer Stellungnahme. Damit steht die seit Ende Februar geltende Waffenruhe vor dem Aus.

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Ein syrischer Jugendlicher steht in Aleppo vor den Trümmern seines Elternhauses.

(Foto: REUTERS)

In Syrien war im Februar unter Vermittlung von Russland und den USA erstmals seit Beginn des fünf Jahre andauernden Bürgerkrieges eine landesweite Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und moderaten Rebellen ausgehandelt worden. Die Feuerpause galt allerdings nicht für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder die islamistische Al-Nusra-Front. Trotz Verstößen auf beiden Seiten hielt die Waffenruhe zunächst stand und führte zu einem deutlichen Rückgang der Gewalt in Syrien.

In den vergangenen Tagen waren die Kämpfe in der Provinz Aleppo jedoch wieder aufgeflammt. Bei Luftangriffen der Regierung auf ein Rebellenviertel im Osten der Provinzhauptstadt waren am Samstag nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens sechs Zivilisten getötet worden. Bei einem anschließenden Raketenangriff der Aufständischen auf Viertel, die von der Regierung kontrolliert werden, seien weitere 16 Zivilisten getötet worden, unter ihnen zehn Kinder.

Aleppo ist "Schlüssel zu Krieg und Frieden"

Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, hatte von einer "klaren Eskalation" gesprochen, welche die Waffenruhe bedrohe. Aleppo sei "der Schlüssel zu Krieg und Frieden in Syrien", fügte Rahman hinzu. "Jede Kriegspartei hat ein Interesse an Aleppo."

Die nun veröffentlichte Erklärung zur Beendigung der Waffenruhe ist auch von den mächtigen islamistischen Rebellengruppen Dschaisch al-Islam und Ahrar al-Scham unterzeichnet worden, die besonders einflussreich in der Region Ost-Ghuta und in Aleppo sind. Dschaisch al-Islam wird von Mohammed Allusch geführt, der bei den Friedensgesprächen in Genf der Chefunterhändler der Opposition ist. Er forderte am Sonntag erneute Angriffe auf die Armee. "Vertraut nicht dem Regime und wartet nicht auf sein Mitleid", schrieb Allusch auf Twitter. "Schlagt sie in den Nacken. Schlagt sie überall."

Quelle: ntv.de, jug/AFP