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"Zu hundert Prozent" Trump bekräftigt Verbundenheit zur Nato

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Donald Trump bei seiner Rede im Pentagon.

(Foto: AP)

Die USA stehen laut Präsident Trump weiterhin hinter der Nato. Zuletzt hatte es in Berichten geheißen, er habe mehrfach das Bündnis verlassen wollen. Beim Thema Nordkorea indes wird der Ton schärfer. Das Land wird in einem Militärpapier als Bedrohung eingestuft.

US-Präsident Donald Trump hat versichert, dass sein Land "zu hundert Prozent" hinter der Nato steht. Das sagte der 72-Jährige im Pentagon. Zugleich bekräftigte Trump seine Forderung nach einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben der Nato-Partner. "Wir können nicht die Idioten der anderen sein", wiederholte er seinen Vorwurf, andere Mitglieder der Militärallianz ließen sich von den USA beschützen, ohne selbst genug zu tun.

Trump soll laut einem veröffentlichten Bericht der "New York Times" im vergangenen Jahr mehrfach erwogen haben, aus der Nato auszutreten. Wie die Zeitung unter Berufung auf anonyme Regierungsquellen berichtete, brachte Trump diese Option in internen Gesprächen mit Mitarbeitern ins Spiel. Vor seinem Amtsantritt Anfang 2017 hatte er die Militärallianz "überflüssig" genannt. Auch in den Tagen rund um den Nato-Gipfel im Juli soll Trump gesagthaben, dass er den "Sinn" der Militärallianz nicht zu erkennen vermöge.

Nordkorea als "außerordentliche Bedrohung" eingestuft

Bei seiner Rede im Verteidigungsministerium stellte Trump auch eine neue Raketenabwehr-Strategie seines Landes vor. Darin stufen die USA Nordkorea als "außerordentliche Bedrohung" ein. Dagegen hatte Trump vor sieben Monaten noch erklärt, die Bedrohung durch die Führung in Pjöngjang sei beseitigt. "Während ein möglicher neuer Weg zum Frieden mit Nordkorea nun besteht, stellt es weiterhin eine außerordentliche Bedrohung dar, und die USA müssen wachsam bleiben", heißt es in der Zusammenfassung der Strategie. Ihr Ziel ist es, die USA vor Bedrohungen durch Raketen anderer Staaten zu schützen.

Für Trump kommt das Papier aus dem Pentagon zu einem ungünstigen Zeitpunkt, will er sich doch erneut mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen. Die erste Begegnung der beiden fand im Juni vergangenen Jahres in Singapur statt. Kim hatte sich seinerzeit bereit erklärt, die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu machen, was Trump als großen Fortschritt feierte. Allerdings hat es seither in den Verhandlungen kaum Bewegung gegeben, die USA halten daher ihren Druck auf das weitgehend isolierte Land durch Sanktionen aufrecht.

Aktuell ist Kim Yong Chol, Nordkoreas Chefunterhändler bei den Verhandlungen mit den USA über die Denuklearisierung, auf dem Weg nach Washington, um ein zweites Treffen zwischen Trump und Kim auszuloten. Kim Yong Chol soll am Freitag mit US-Außenminister Mike Pompeo beraten.

Quelle: n-tv.de, jpe/rts/AFP

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