Politik
Mehr als 80 Tote waren in Chan Scheichun zu beklagen.
Mehr als 80 Tote waren in Chan Scheichun zu beklagen.(Foto: Syria Civil Defence/ZUMA Wire/dpa)
Mittwoch, 06. September 2017

Bericht vorgelegt: UN: Syriens Luftwaffe hinter Giftgasattacke

Erstmals machen UN-Ermittler die syrische Regierung für den Giftgasangriff Anfang April in Chan Scheichun verantwortlich. Die syrische Luftwaffe hätte bei ihren Angriffen auf die Ortschaft Sarin eingesetzt, heißt es in einem Bericht.

Die schwere Giftgasattacke im April in Syrien geht nach Überzeugung von UN-Menschenrechtsexperten auf das Konto der syrischen Luftwaffe. Bei dem Sarin-Angriff waren am 4. April in Chan Scheichun mindestens 83 Menschen getötet und fast 300 verletzt worden.

Syrien und das verbündete Russland hatten den Einsatz von Giftgas bestritten. Vielmehr sei ein Giftgasdepot der Rebellen getroffen worden. Syriens Machthaber Baschar al-Assad hatte in einem AFP-Interview gesagt, der Angriff in Chan Scheichun sei zu "hundert Prozent konstruiert" worden. Die Kommission weist diese Version zurück.

Unter anderem seien die Opfer Stunden vor dem angeblichen Luftschlag gegen das Depot getroffen worden. Vier Luftschläge seien mit einem Suchoi-Jagdbomber ausgeführt worden, den nur die syrische Luftwaffe einsetze. Auf Fotos mit Bombenfragmenten sei eine chemische Bombe identifiziert worden, die in der ehemaligen Sowjetunion hergestellt worden sei.

"Die Kommission sieht glaubhafte Anhaltspunkte dafür, dass die syrischen Streitkräfte Chan Scheichun am 4. April gegen 06.45 Uhr mit einer Sarin-Bombe angegriffen haben. Das stellt ein Kriegsverbrechen dar, der Einsatz chemischer Waffen und die wahllosen Angriffe auf Gegenden mit Zivilbevölkerung", heißt es in dem Bericht.

Quelle: n-tv.de