Politik

Historisch oder respektlos? US-Kontroverse um Hakenkreuz-Grabsteine

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Kurz nach dem Memorial Day am 25. Mai entbrennt im US-Kongress eine Debatte um den Umgang mit nationalsozialistischen Soldatengräbern.

(Foto: dpa)

Über 370.000 deutsche Kriegsgefangene kamen während des Zweiten Weltkriegs in die USA. Tote wurden auf den dortigen Militärfriedhöfen bestattet. Doch Nazi-Insignien zwischen den Gräbern von US-Soldaten sind umstritten.

Grabsteine mit Nazi-Insignien von deutschen Kriegsgefangenen aus dem Zweiten Weltkrieg auf US-Militärfriedhöfen sorgen für eine Kontroverse in den USA. Der US-amerikanische Minister für Veteranen-Angelegenheiten, Robert Wilkie, wehrte sich bei einer Anhörung im Kongress aus historischen Gründen gegen Forderungen, die insgesamt drei Grabsteine auf zwei Militärfriedhöfen in den Bundesstaaten Texas und Utah zu entfernen.

Sie hätten auch einen Anteil daran, die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren, argumentierte er. "Ich denke, wir können einen Weg finden, das in einen historischen Zusammenhang zu stellen." Kongressabgeordnete der Republikaner und der Demokraten hatten Wilkie in einem Brief dazu aufgefordert, die Grabsteine zu entfernen oder sie zu modifizieren.

Auf den Grabsteinen sind Hakenkreuze eingraviert, auf einem ist folgende Inschrift zu lesen: "Er starb fern der Heimat für Führer, Volk und Vaterland." In dem Brief der Abgeordneten hieß es, die Grabsteine seien "besonders beleidigend für all die Veteranen, die ihr Leben riskiert und oft verloren haben, um dieses Land und unsere Lebensweise zu verteidigen". Weiter hieß es in dem Schreiben vom Montag, Familien, die ihre verstorbenen Angehörigen besuchten, die auf denselben Friedhöfen beerdigt seien wie die von ihnen bekämpften Nazi-Soldaten, sollten nicht mit Symbolen des Hasses konfrontiert werden. Dass das Ministerium bislang darauf bestanden habe, die Grabsteine in ihrer Form zu belassen, sei "herzlos, unverantwortlich und inakzeptabel".

Quelle: ntv.de, ino/dpa