Politik

Gummigeschoss trifft Reporter US-Polizei greift deutsches Fernsehteam an

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Polizisten gehen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten und Journalisten vor.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Bei den Protesten um rassistische Polizeigewalt in den USA werden immer mehr Journalisten Opfer von Gewalt. Unter ihnen ist auch ein deutsches Fernsehteam. Während einer Liveberichterstattung wird der Reporter vor laufender Kamera von der Polizei beschossen.

In den USA sind bei den gewaltsamen Unruhen in verschiedenen Städten mehrere Journalisten verletzt worden. Teilweise gingen die Angriffe von Polizisten, teilweise von Demonstranten aus. In der US-Stadt Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota wurden auch deutsche Journalisten angegriffen, wie die Deutsche Welle auf ihrem Twitter-Account berichtet. Polizisten schossen mit Gummigeschossen von hinten auf das Deutsche-Welle-Team um den Reporter Stefan Simons, der gerade in einem Live-Video über die Proteste zur rassistischen Polizeigewalt berichtete.

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Im Video ist zu sehen, wie der Reporter von hinten angeschossen wird, obwohl er eine Schutzweste mit gut sichtbarer Aufschrift "Presse" trägt. Simons dreht sich um und ruft den Polizisten zu: "Wir sind von den Medien. Hört auf, auf uns zu schießen!" Später ist zu sehen, wie die Polizisten dem Team mit einer Festnahme drohen. Der Vorfall war nicht der einzige in Minneapolis. Eine freie Fotografin wurde von Gummigeschossen am linken Auge getroffen. "Ich nahm kurz meine Kamera runter, dann explodiere etwas in meinem Gesicht", sagte Tirano der "New York Times". "Ich spürte sofort Blut über mein Gesicht laufen und schrie: 'Ich bin Presse! Ich bin Presse!'"

Auf Twitter teilt die Fotografin ein Foto von ihrem Gesicht und schreibt später, dass sie trotz einer Notoperation dauerhaft erblindet sei. Ihren Angaben zufolge konnte man sie sehr eindeutig als Presse identifizieren. "Die Polizei hat deutlich klargestellt, dass es ihnen egal ist, ob man Journalist im Dienst ist", schreibt sie. Zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters sind am Samstagabend ebenfalls durch Gummigeschosse der Polizei verletzt worden.

Festnahme von schwarzem Reporter "inakzeptabel"

Eine Fernsehreporterin in Louisville, Kentucky, wurde im Live-Fernsehen von einem Beamten, der auf sie zielte, getroffen. In Panik schrie sie: "Auf mich wird geschossen!". Vor dem Weißen Haus griffen Demonstranten Reporter von "Fox News" an. Unter anderen nahmen sie dem Reporter sein Mikro aus der Hand schlugen ihn anschließend damit, wie die "New York Times" berichtet.

Ein CNN-Reporter wurde live im Fernsehen von der Polizei festgenommen, obwohl er anbot, an einen anderen Ort zu wechseln. Der - ebenfalls schwarze - Journalist Omar Jimenez war am Morgen in der Stadt Minneapolis live auf Sendung, als mehrere weiße Polizisten ihn umringten und zeitweise festnahmen. Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, entschuldigte sich für den Vorfall und nannte die Festnahme "inakzeptabel".

Die Vorfälle ereigneten sich bei den landesweiten Protesten gegen rassistische Polizeigewalt. Auslöser war der Tod des Afroamerikaners George Floyd. Ein weißer Polizist hatte sich minutenlang auf seinen Hals gekniet, bis Floyd das Bewusstsein verlor und schließlich starb.

Quelle: ntv.de, vmi