Politik

"Oder sie sterben alle zusammen" Ukraine stellt 5500 eingekesselte Soldaten vor die Wahl

Der Kampf um die strategisch wichtige Stadt Lyman scheint fast entschieden: Nach ukrainischen Angaben stehen die eigenen Truppen an der Stadtgrenze, während es für Tausende russische Soldaten kaum ein Entrinnen mehr gibt. Der Verwaltungschef für Luhansk schickt ihnen eine deutliche Botschaft.

Die ukrainischen Truppen haben in der strategisch wichtigen Stadt Lyman im Gebiet Donezk nach eigenen Angaben rund 5000 russische Soldaten eingekesselt. Das sei der Stand am Morgen, teilte der ukrainische Verwaltungschef für Luhansk, Serhij Hajdaj, mit. "Die Okkupanten haben ihre Führung gebeten, nach Möglichkeit herauszukommen, woraufhin sie eine Abfuhr erhielten", sagte er.

Hajdaj stellte die Soldaten vor die Wahl. Es gebe für sie "drei Handlungsmöglichkeiten: Entweder können sie versuchen auszubrechen oder sie ergeben sich. Oder sie sterben alle zusammen." Insgesamt seien in der Stadt bis zu 5500 Soldaten stationiert, die dort noch anwesende Zahl sei jedoch unklar. "Einige ergeben sich, es gibt viele Tote und Verwundete, aber der Einsatz ist noch nicht beendet."

Eine solche Zahl an eingekesselten Russen habe es überhaupt noch nicht gegeben in dem Krieg, sagte Hajdaj. Es seien fast alle Zugänge blockiert. Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass Lyman in den nächsten Tagen komplett befreit wird. Für die Armee des russischen Präsidenten Wladimir Putin wäre das eine neue massive Niederlage in der seit mehr als sieben Monaten andauernden Invasion.

Ukrainische Armee an der Stadtgrenze

Unabhängig überprüfen lassen sich die ukrainischen Angaben kaum. In den sozialen Medien kursierten allerdings bereits erste Videos von ukrainischen Soldaten an der Stadtgrenze von Lyman. Der Kreml äußerte sich bisher nicht. Russland hatte Lyman im Mai eingenommen und seitdem zu einem militärischen Zentrum ausgebaut. Vor dem Krieg lebten dort 20.000 Menschen.

"Lyman ist wichtig, weil es der nächste Schritt zur Befreiung des ukrainischen Donbass ist", sagte ein ukrainischer Sprecher. "Es ist eine Gelegenheit, weiter nach Kreminna und Siewierodonezk zu ziehen und ist psychologisch sehr wichtig." Teile der Gebiete werden bereits seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrolliert.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts

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