Politik

Das Weitwinkel-Drama Wie Biden Jimmy Carter zum Winzling machte

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Irgendwas stimmt hier nicht, meinen viele Betrachter dieser Home-Story.

(Foto: AP)

Anders als sein Vorgänger Trump ehrt US-Präsident Biden seine Vorgänger im Amt und schaut bei Gelegenheit sogar bei ihnen zu Hause vorbei. Sein jüngstes Treffen mit Jimmy Carter lief allerdings aus dem Ruder - rein fotografisch gesehen.

Ein privates Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und seiner Frau Jill mit dem früheren Präsidenten Jimmy Carter und dessen Frau Rosalynn in deren Haus in Plains entfaltet eine späte Resonanz im Netz. Der Grund für den Rummel ist nicht politischer, sondern eher optischer Natur: Auf einem Bild, mit dem das Weiße Haus das Treffen vom 30. April würdigte, wirken die Bidens überlebensgroß. Die Carters erscheinen daneben wie Figuren aus einer Puppenstube. Auch die räumliche Anordnung im Raum erklärt den Wirbel: So knien der Präsident und die First Lady auf dem flauschigen Teppichboden und scheinen ihre beiden Vorgänger regelrecht im Arm zu halten.

Während einige Nutzer auf Twitter bei dem Ensemble die Masken vermissen, ergötzen und entsetzen sich andere vor allem an den Größenverhältnissen. So twitterte "Guardian"-Reporterin Julia Carrie Wong mit verdrehten Augen: "Hilfe, ich kann nicht aufhören, über Riesen-Biden und Baby-Carter nachzudenken." Kurz darauf fügte sie hinzu: "Wer schrumpfte die Carters?"

Das Carter Center bedankte sich allerdings artig und völlig spaßfrei für das "wundervolle Foto". Eine Twitter-Nutzerin versuchte mit Photoshop, die wirkliche Situation wiederherzustellen. Andere erklärten den Fotografen des Weißen Hauses für einen Stümper, der offensichtlich nicht das richtige Objektiv für die Innenaufnahme zur Hand hatte und auf ein zu starkes Weitwinkel setzte. Wieder andere stellten die Situation auf den Kopf: Danach erscheint Carter als der historische Gigant, der dem kleinen Joe ein paar Lektionen erteilt.

Historisch ist ein übergroßer Carter tatsächlich zu vertreten: Mit 96 Jahren ist Jimmy Carter der am längsten lebende Präsident in der US-Geschichte. Zugleich ist Biden mit 78 Jahren immerhin der älteste Amtsinhaber. Und auch die enge Verbindung hat ein historisches Fundament: Im Jahr 1976 zählte der damalige US-Senator Biden zu den ersten Kongressvertretern, die Carters Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur unterstützten.

Auch Details des historischen Treffens wurden im Netz ausgiebig gewürdigt. So befassten sich Witzbolde mit den Socken des amtierenden Präsidenten: Sie sind blau mit hellblauen Pünktchen. Im Gegensatz zu seinem republikanischen Vorgänger Donald Trump legt Biden großen Wert auf die Tradition, mit allen Vertretern des sogenannten Clubs der Präsidenten in Kontakt zu treten. Insofern dürfen wir uns auf weitere bedeutsame Fotos freuen.

Quelle: ntv.de, mau

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