Politik

Christoph Ploß im "Frühstart" "Wir müssen so schnell wie möglich lockern"

Der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß fordert weniger Bürokratie und mehr Pragmatismus in der Pandemie-Bekämpfung. Italien gehe bei zielgenauen Öffnungsschritten gerade den richtigen Weg.

Christoph Ploß, der Vorsitzende des Hamburger Landesverbands der CDU, hat das Krisenmanagement von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigt. Es sei zwar sicher "bedauerlich", dass die flächendeckenden Schnelltests noch nicht am 1. März ausgerollt werden könnten, sagte Ploß im "Frühstart" von ntv. Aber es sei besser, man verschiebe den Start noch mal, "damit man sicher sein kann, dass die Tests dann auch den Qualitätsstandards entsprechen".

Allerdings kritisierte Ploß den teils mangelnden Pragmatismus bei politischen Entscheidungen: "Ich glaube, dass manchmal in der deutschen Politik zu viel Bürokratie herrscht." Der CDU-Politiker nannte in dem Kontext auch die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geforderte Dokumentationspflicht im Home-Office. So etwas beschäftige das Land gerade "überhaupt nicht", sagte Ploß: "Da sind andere Länder manchmal etwas pragmatischer und etwas hemdsärmeliger, und ich glaube, das brauchen wir auch jetzt während der Pandemie."

"So schnell wie möglich lockern"

Ploß plädierte dafür, nun schnell eine Öffnungsstrategie zu entwickeln: "Denn ganz viele Menschen im Land halten den Lockdown nicht mehr lange durch und erwarten zu Recht, dass die Politik eine Perspektive gibt." Lockerungen knüpfte Ploß neben dem Inzidenzwert auch an andere Faktoren, etwa die Auslastung der Intensivstationen oder die Impfquote.

Bei Öffnungsschritten forderte Ploß "zielgenaue" Maßnahmen. Man wisse aus Studien, dass Öffnungen im Einzelhandel, Museen oder den meisten Kultureinrichtungen kein Problem seien. "Andere Länder wie Italien machen das vor. Deswegen wünsche ich mir mehr Zielgenauigkeit."

Ein genaues Datum für bundesweite Lockerungen nannte Ploß nicht, sagte aber: "Ich glaube, dass wir so schnell wie möglich lockern müssen." Das sei weiterhin von Region zu Region abhängig: "In Städten wie Flensburg kann man natürlich nicht lockern, wo wir Inzidenzwerte von über 200 haben."

Quelle: ntv.de, psa

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