Politik

"Belastungsgrenze erreicht" #WirWerdenLaut kritisiert Corona-Management an Schulen

imago0111880440h.jpg

Durch die Omikron-Welle hat es mehr Infektionen an Schulen gegeben.

(Foto: imago images/Pressedienst Nord)

Schülerinnen und Schülern fehlt ein politisches Signal, dass für den Herbst Vorbereitungen getroffen werden. Das aktuelle Corona-Management wollen sie nicht weiter mittragen. In der Aktion #WirWerdenLaut äußern sie ihre Forderungen.

In einem offenen Brief an Vertreter der Bundesregierung haben mehr als 100 Schülersprecherinnen und -sprecher das Corona-Management an deutschen Schulen kritisiert und bessere Infektionsschutzmaßnahmen gefordert. Der Brief richtet sich vor allem an Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Gleichsam startete die Protestbewegung mit dem Hashtag #WirWerdenLaut eine Petition mit bislang mehr als 15.000 Unterschriften.

"Wir Kinder und Jugendliche erdulden die Pandemie und die mit ihr einhergehenden Einschränkungen seit fast zwei Jahren. Wir halten uns gewissenhaft an die auferlegten Maßnahmen, um uns und andere zu schützen. Doch die Situation an unseren Schulen ist nach zwei Jahren unerträglich geworden", heißt es in dem Brief. Für Schülerinnen und Schüler sei eine "Belastungsgrenze erreicht".

Es ist wichtig, die Pandemie mit allen Mitteln zu bekämpfen, heißt es weiter. Es fehle jedoch ein klares politisches Signal, dass für den Herbst Vorbereitungen getroffen würden. "Wir können Ihre aktuelle Politik, die uns alle im Stich lässt, psychisch belastet und körperlich gefährdet, nicht länger mittragen." Der aktuelle Durchseuchungsplan sei unverantwortlich und unsolidarisch.

Die Schülersprecherinnen und -sprecher äußerten zudem Forderungen, um den Infektionsschutz zu verbessern. "Die Top-Forderung ist erst einmal: Redet mit uns und nicht über uns", sagte Johanna Börgermann, Vorstandsmitglied der Schülervertretung in Nordrhein-Westfalen, bei ntv. Weitere Forderung im Brief sind Luftfilter, kostenlose FFP2-Masken, PCR-Pooltestungen sowie hochwertige Schnelltests.

Da der aktuelle Abschlussjahrgang der von Corona bisher am stärksten Betroffene sei, müssten hier die Abschlussnoten angepasst werden, sollten diese vom Leistungsstand abweichen. Es gebe Lernlücken und Defizite, so Börgermann, die sich in den nächsten Monaten nicht aufholen lassen. Durch die Omikron-Welle habe es mehr Infektionen an Schulen gegeben, was die Situation noch realer gemacht habe. "Und trotzdem hat die Politik gar nichts gemacht", sagte Börgermann.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien, hatte infolge der #WirWerdenLaut-Aktion angekündigt, den Brief beim KMK-Präsidium zu thematisieren. Den Vertretern bot sie ein öffentliches Gespräch an.

Quelle: ntv.de, mba

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen