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Mecklenburg-Vorpommern Neue Corona-Landesverordnung ist in Kraft

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Mecklenburg-Vorpommern hatte bereits strenge Corona-Schutzvorschriften. Mit der Landesverordnung zieht das Land die Zügel weiter an - vor allem Ungeimpfte bekommen das zu spüren. Die Proteste gegen die Maßnahmen zur Pandemieeindämmung nehmen zu.

Schwerin (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern gelten fortan schärfere Kontaktbeschränkungen. Treffen, an denen ein Ungeimpfter oder nicht Genesener beteiligt ist, werden laut der neuen, am Donnerstag in Kraft getretenen Corona-Landesverordnung auf den eigenen Haushalt und maximal zwei Personen eines anderen beschränkt. Kinder, Geimpfte und Genesene werden dabei jedoch nicht mitgezählt. Bislang galten solch strikte Kontaktbeschränkungen im Nordosten nur für die Warnstufe Rot. Die landeseigene Corona-Ampel steht derzeit auf Orange.

Die Landesregierung hatte bei der Neufassung der Corona-Verordnung am Dienstag Regelungen übernommen, auf die sich in der Vorwoche Bund und Länder verständigt hatten. Dazu zählten neben den Kontaktbeschränkungen auch die Zugangsregeln für den Handel. So gilt die zuvor an bestimmte Bedingungen geknüpfte 2G-Regelung nun prinzipiell. Demnach dürfen - unabhängig von der Inzidenz - nur noch Geimpfte und Genesene in die Läden. Ausnahmen gelten weiterhin für Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs, darunter Supermärkte, Drogerien, Baumärkte und auch Tankstellen.

Auch die Obergrenzen für Veranstaltungen wurden neu definiert. In den Ampelphasen Orange und Rot sind für den Innenbereich maximal 200 Besucher, im Freien bis zu 1000 erlaubt. Damit schöpft das Land den gewährten Spielraum von bis zu 15 000 Besuchern etwa bei Fußballspielen nicht aus.

Weitere Verschärfungen der Corona-Schutzvorschriften ergeben sich zunächst nicht. Bereits in der bisherigen Verordnung hatte Mecklenburg-Vorpommern mit die härtesten Vorgaben aller Bundesländer verankert. Dazu gehörten auch die 2G-plus-Regel für Weihnachtsmärkte bei Ampel-Phase Rot sowie 2G für Hotelaufenthalte schon in Phase Orange.

Lockerungen gibt es indes für den Vereinssport. Dieser soll auch bei höchsten Infektionszahlen weiterhin möglich sein, allerdings nur unter den 2G-plus-Regeln. Zudem wurden - anders als etwa Theater und Museen - Fitnessstudios von der Liste der bei Dauer-Rot zu schließenden Bereiche genommen. Sie können ebenfalls unter den 2G-plus-Regeln geöffnet bleiben.

Am Donnerstag endete im Westen des Landes eine kurze Phase, in der auch Getestete wieder uneingeschränkt einkaufen durften. In zwei Landkreisen und Schwerin hatte die Corona-Ampel wieder länger auf Orange gestanden, so dass dort strenge Zugangsbeschränkungen nach der alten Verordnung entfielen. Mit der neuen Verordnung ist das nicht weiter zulässig.

In der größten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, Rostock, gelten seit Donnerstag nochmals verschärfte Corona-Regeln. Neben den Weihnachtsmärkten, die schließen mussten und deren Abbau bereits im Gange war, sind weitere Freizeitbereiche betroffen. So bleiben die Innenbereiche von Museen, Ausstellungen, Kinos, Theatern, Konzerthäusern oder auch Indoorspielplätzen geschlossen. Öffentliche Veranstaltungen sind verboten.

Die Stadt war bereits vor einigen Tagen den siebten Tag in Folge auf der Corona-Stufenkarte rot. Das Land hatte zuletzt auf die bevorstehende Überlastung des Gesundheitssystems in der Hansestadt hingewiesen, weshalb wie schon in anderen Landkreisen zuvor nun auch in Rostock Rot plus gilt.

Unterdessen gehen die Protestaktionen im Land gegen die Corona-Schutzmaßnahmen weiter. Wie Polizeisprecher sagten, gab es am Mittwochabend eine Protestkundgebung an der Staatskanzlei in Schwerin sowie einen Protestumzug in Wolgast (Vorpommern-Greifswald). Daran hätten sich insgesamt etwa 900 Menschen beteiligt.

Die Restriktionen zur Eindämmung der nunmehr vierten Corona-Welle lassen nach Einschätzung des Bürgerbeauftragten von Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Crone, die Emotionen bei vielen Menschen hochkochen. "Ich habe auch den Eindruck, dass insgesamt die Reaktionen wütender, genervter, gereizter geworden sind", sagte Crone im Gespräch mit dem NDR. In ähnlicher Weise äußerte er sich auch im "Nordkurier" (Donnerstag).

© dpa-infocom, dpa:211208-99-306817/4

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