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Bewährungsprobe Nations League Absagen und geplagte Bayern fordern Löw

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Marco Reus kann Joachim Löw schon mal nicht einsetzen, dabei sollte er eine Schlüsselrolle spielen. Wie reagiert Löw jetzt?

(Foto: imago/ActionPictures)

Für Joachim Löw hagelt es Absagen für die Nations League, hinzu kommen Probleme im Sturm und verunsicherte Führungsspieler aus München. Der Bundestrainer steht mit dem DFB-Team vor kniffligen Spielen in Frankreich und in den Niederlanden.

Joachim Löw hatte gute Gründe, mit mulmigen Gefühlen nach Berlin zu reisen. Als wäre die Aufgabe in der Nations League mit den Duellen in den Niederlanden und bei Weltmeister Frankreich nicht schon schwer genug, versammelt der Bundestrainer in der Hauptstadt eine in vielerlei Hinsicht geschwächte deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Mit dem formstarken Marco Reus muss Löw für die "sehr wichtigen Spiele" in der neuen Nationenliga gleich mehrere Ausfälle verkraften. Dazu kommen fast schon chronische Probleme im Sturm und völlig verunsicherte Führungskräfte um Kapitän Manuel Neuer vom kriselnden FC Bayern.

Die verletzten Ilkay Gündogan und Nils Petersen hatte Löw erst gar nicht für den Doppelpack am Samstag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in Amsterdam und drei Tage später in St. Denis (dito) nominiert. Am Sonntag erklärte auch Reus wegen Kniebeschwerden seinen Verzicht. Und dann musste Löw als Tribünengast auch noch dabei zusehen, wie sich beim 0:0 des SC Freiburg gegen Bayer 04 Leverkusen Gästespieler Kai Havertz eine Knieprellung zuzog. Auch der 19-Jährige kann nicht mitwirken.

Eine weitere Absage kam von Antonio Rüdiger vom FC Chelsea. Inzwischen hat Löw Emre Can von Juventus Turin nachnominiert. Er kann in der Abwehrkette rechts sowie im Mittelfeld spielen. Am schwersten wiegt der Ausfall von Reus, dem in Löws Offensivplan eine Schlüsselrolle zugedacht war. Ohne den Dortmunder dürfte es dem Bundestrainer noch schwerer fallen, seinen Angriff zu beleben. In den jüngsten zehn Länderspielen brachte dieser gerade einmal elf Tore zustande, fünfmal stand die Null auf der falschen Seite - wie beim Start in die Nations League im September gegen Frankreich. Dass Schalkes Null-Tore-Stürmer Mark Uth, der einzige Neuling, die Lösung sein wird, scheint fraglich. Immerhin zeigte Leipzigs Timo Werner mit seinem Doppelpack beim 6:0 gegen den 1. FC Nürnberg ansteigende Form.

Müller: "Wollen die Leute wieder begeistern"

Ganz anders die sieben Profis des FC Bayern in Löws Aufgebot. "Es waren schwierige zehn, 14 Tage", sagte Thomas Müller über die Krise beim seit vier Spielen sieglosen Meister. Der mit der Länderspielpause verbundene Trikotwechsel tue ihm und den Kollegen aber vielleicht ganz gut. Müller erwartet einen "harten Wettkampf" gegen Oranje sowie Les Bleus und sieht die DFB-Elf nach dem WM-Desaster weiter in der Bringschuld gegenüber dem Anhang.

"Wir wollen die Leute wieder begeistern und werden alles in die Waagschale werfen", sagte er. Das öffentliche Training vor 5000 Fans am Dienstag ab 17.30 Uhr soll dazu beitragen. Jetzt, im heißen Herbst in der Nationenliga, seien "Ergebnisse gefordert", hatte auch DFB-Präsident Reinhard Grindel bereits betont. Löw sieht "viel Prestige" auf dem Spiel, zudem seien die Begegnungen "richtungweisend für das Abschneiden in unserer Nations-League-Gruppe".

Frankreich, das die Niederlande im September 2:1 bezwungen hatte, führt die Dreier-Staffel mit vier Punkten vor der DFB-Elf (ein Zähler) an. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich für das Finalturnier im Juni 2019. Der Letzte steigt ab in Liga B - ein weiterer Imageschaden, den der DFB nach dem WM-Debakel tunlichst verhindern will.

Quelle: n-tv.de, hul/sid