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"Würde ihm Olympiasieg widmen"Biathlon-Star bricht im Interview in Tränen aus

07.01.2026, 15:17 Uhr
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Tommaso Giacomel weiß noch nicht, ob er es zur Beerdigung von Sivert Bakken schafft. (Foto: IMAGO/Christian Heilwagen)

Die Trauer um den plötzlich verstorbenen Biathleten Sivert Bakken reicht weit über dessen norwegisches Team hinaus. Auch Italiens Olympia-Hoffnung Tommaso Giacomel ist noch immer schockiert. Ein erstes Treffen mit Bakkens Mannschaftskollegen sei furchtbar gewesen.

Tommaso Giacomel konnte bei den Erinnerungen an seinen gestorbenen Freund Sivert Bakken seine Tränen nicht zurückhalten. "Es geht auf und ab. Ich habe viele negative Gedanken, vor allem abends, wenn ich ins Bett gehe und die Augen zumache", sagte der italienische Biathlet bei einer Presserunde in Oberhof. "Aber ich habe Glück, dass ich zu Hause meine Freundin und meine Familie habe. Sie sind eine große Hilfe, ohne sie wäre es noch viel härter."

Am Donnerstag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) absolvieren die Skijäger mit dem Sprint beim Weltcup in Oberhof das erste Rennen nach dem plötzlichen Tod des Norwegers. Bakkens Teamkollege Johan-Olav Botn hatte den 27-Jährigen am 23. Dezember tot in dessen Hotelzimmer in Lavazé gefunden. Er trug bei seinem Auffinden eine Höhenmaske. Die Norweger waren zum Höhentraining in Italien. Die Ergebnisse der Autopsie könnten erst Anfang März vorliegen.

Die Beerdigung Bakkens ist am kommenden Dienstag in Lillehammer. Viele des norwegischen Teams werden vor Ort sein, wie Teammanager Per Arne Botnan norwegischen Medien bestätigte. Man fliege am Montag nach Norwegen, um nach der Beerdigung am Dienstagabend nach Deutschland zurückzukehren. Am Mittwoch startet der Weltcup in Bayern mit der Frauen-Staffel. Noch steht nicht fest, ob Giacomel mit Blick auf den Weltcup in Ruhpolding es auch schafft. "Ich wäre gerne dabei", sagte der 25-Jährige, der seit 2017 mit Bakken befreundet war.

Training fällt Giacomel schwer

Das erste Treffen mit den Norwegern am Montag in der Umkleidekabine im Oberhofer Stadion sei furchtbar gewesen. "Ich habe sofort angefangen zu weinen. Er sollte hier sein und ist es nicht", sagte Giacomel. Sein Fokus beim Training am Dienstag sei gegen null gegangen.

Trotz der tiefen Trauer starte er aber. "Ich werde mein Bestes geben, um ihn stolz zu machen. Und das ist das, was Sivert gewollt hätte. Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht bereit wäre zum Start", sagte der Italiener. Einen möglichen Olympiasieg bei den Winterspielen in Antholz im Februar würde er seinem Freund widmen, der auch gute Chancen auf eine Nominierung hatte.

Psychologische Unterstützung hat sich Giacomel noch nicht geholt. Hilfe sucht er bei seiner Freundin, die im vergangenen Jahr ebenfalls eine enge Freundin verlor. "2025 war schwer für uns als Paar. Wir stärken uns gegenseitig", sagte Giacomel sichtlich bewegt.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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