Sport

Chef der Eisschnellläufer? Claudia Pechsteins Freund macht ernst

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Claudia Pechstein und Ihr Bodyguard.

(Foto: imago images/Matthias Koch)

Matthias Große will Präsident des kriselnden deutschen Eisschnelllauf-Verbands werden. Seine Bewerbung mit einem ersten Konzept steht, sein "Schattenkabinett" auch. Unumstritten ist der Partner von Claudia Pechstein nicht. Würde er mit dem Sportdirektor arbeiten, den er so hart kritisierte?

Matthias Große, der Lebensgefährte von Olympiasiegerin Claudia Pechstein, kandidiert für das Amt des Präsidenten bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. "Ich will das Schiff in ruhigeres Fahrwasser bringen." Seine Bewerbung mit einem ersten Konzept werde den beiden verbliebenen Mitgliedern des Präsidiums, Uwe Rietzke und Dieter Wallisch, noch in dieser Woche zugehen. Die müssen sich damit auseinandersetzen, ob der wegen seiner Nähe zu Pechstein umstrittene Große für das Amt in Frage kommt.

"Mein Team für den Fall einer Präsidentschaft steht. Es gibt Leute, die bereit sind, ab sofort vieles im Verband zu verändern: als erfahrener Sportdirektor, als Verbandsarzt oder auch Sponsoren, die dem Verband helfen könnten", sagte Große. Im November hatte Pechstein ihren Partner, den sie als "meinen Bodyguard" bezeichnet, ins Gespräch gebracht.

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Keinen Bock auf Pechstein? Bundestrainer Erik Bouwman .

(Foto: imago images/Ernst Wukits)

Der Immobilienunternehmer aus Berlin räumte ein, wegen der dramatischen finanziellen Situation des Verbandes unter Umständen auch mit dem von ihm hart kritisierten bisherigen Sportdirektor Matthias Kulik weiterzuarbeiten. Wenn der "bereit ist, seine Fehler einzusehen und meine Linie konsequent mitträgt, können wir bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung zusammenarbeiten." Vor Beginn der Weltcupsaison war Große wegen "verbandsschädigender Aussagen" aus dem DESG-Betreuerstab gestrichen worden.

Was wird aus Kulik?

Kulik habe viele Fehler gemacht, und "seine Art, mit den Menschen umzugehen, ist unfassbar", hatte Große moniert. Er spielte damit auch auf die Rolle des Sportdirektors im Streit seiner Lebensgefährtin Pechstein mit dem Bundestrainer Erik Bouwman an. Der Niederländer hatte im Sommer erklärt, dass er "keinen Bock" habe, Pechstein in seine Trainingsgruppe aufzunehmen. Er soll sich inzwischen für seine Wortwahl entschuldigt haben, Pechstein bestreitet dies.

Sportdirektor Kulik hält eine weitere Konfrontation für überflüssig: "Er kritisiert mich von seinem Standpunkt aus, ohne in bestimmte Prozesse involviert zu sein. Solange die Diskussion sachlich bleibt und er nicht persönlich wird, kann er mich angreifen." Kulik räumte auch ein, sich Gedanken gemacht zu haben, ob er im Falle von Großes Wahl weiterarbeiten könne. "Sicher würde ich unter seiner Führung nicht weiter wirksam werden."

Die bisherige DESG-Präsidentin, Stefanie Teeuwen, war vor der Saison Anfang November wegen mangelnden Rückhalts in der Verbandsführung und den Landesverbänden überraschend zurückgetreten. Als weiterer Anwärter auf das vakante Amt gilt bisher nur Uwe Rietzke. "Das ist an mich herangetragen worden, von der Sache her möglich und steht im Raum", sagte das Dresdner Präsidiumsmitglied der "Sächsischen Zeitung".

Quelle: ntv.de