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"Verbandsschädigende Aussagen" Pechsteins Partner fliegt aus Nationalteam

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Wegen "verbandsschädigender Aussagen" wird Matthias Große aus dem Betreuerstab der Eisschnelllauf-Nationalmannschaft gestrichen.

(Foto: imago/Sven Simon)

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft streicht Claudia Pechsteins Lebensgefährten Matthias Große aus dem Betreuerstab der Nationalmannschaft. Der Unternehmer habe sich verbandsschädigend geäußert. Die fünfmalige Olympiasiegerin soll unter dem Ausschluss aber nicht leiden.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft geht auf Konfrontationskurs mit dem Team um die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein. Ihr Lebensgefährte Matthias Große, der von Pechstein zuletzt als Kandidat für das vakante Präsidentenamt ins Spiel gebracht wurde, wird ab der am Freitag in Minsk beginnenden Weltcupsaison nicht in den Betreuerstab der deutschen Nationalmannschaft eingebunden. Wie der Verband mitteilt, werde aber "eine optimale Betreuung" der fünfmaligen Olympiasiegerin in der anstehenden Weltcup-Saison "auf und abseits des Eises trotzdem gewährleistet sein." Große kündigte derweil für Mittwoch eine eigene Stellungnahme an.

Als Grund für diese Entscheidung nannte Sportdirektor Matthias Kulik die "teilweise unsachgemäßen und dadurch verbandsschädigenden medialen Aussagen von Herrn Matthias Große gegen unsere aktuelle leistungssportliche Verbandsstrategie". Große hatte nach dem völlig überraschenden Rückzug von DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen die Führung der Verbands scharf kritisiert und unter anderem von großen Finanzierungsproblemen gesprochen. "Der Verband hat so viele Verbindlichkeiten. Die leben wie die Fürsten und haben gar kein Geld", sagte er.

"Wir sehen uns entgegen der Äußerungen mit einem starken Betreuerteam auf dem richtigen Weg in der sportlichen Entwicklung unseres Verbandes", wurde Kulik in einer Mitteilung des Verbandes zitiert. "Der sportliche Fokus in Vorbereitung auf und während der anstehenden Weltcup-Wettbewerbe muss trotz der verbandspolitischen Situation zu 100 Prozent gewährleistet sein." Auf Verbandsebene begrüße die DESG "einen gemeinschaftlichen Diskurs mit Mitgliedern aber auch Außenstehenden." Einem direkten Austausch stünden die Verantwortlichen innerhalb des Verbandes jederzeit offen gegenüber.

Pechstein hat im Unternehmer Große ihren wichtigsten Unterstützer gefunden. Er tritt als lautstarker Anpeitscher auf, als Pressesprecher oder "Bodyguard", wie Pechstein es mal formuliert hat. Sein Auftreten war vor allem in den Anfangsjahren ihrer Beziehung dabei aber mitunter äußerst zweifelhaft. Große war als Betreuer unter anderem für die Olympischen Winterspiele 2014 und 2018 akkreditiert. Vom Tisch ist Großes Kandidatur für das Amt des DESG-Präsidenten durch den Ausschluss aber nicht. Das verbleibende DESG-Präsidium, das derzeit nur noch aus Shorttrack-Vize Uwe Rietzke und Schatzmeister Dieter Wallisch besteht, ist offen für Gespräche mit Große.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid