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EM-Titelverteidigung scheitert David Storl stößt die Kugel zu Bronze

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Der erste Versuch war für David Storl der beste.

(Foto: AP)

21,41 Meter sind für den deutschen Kugelstoßer David Storl eigentlich eine gute Weite. Aber für einen vierten Europameistertitel reicht sie dennoch nicht. Die beiden Polen, Michal Haratyk und Konrad Bukowiecki, sind an diesem Abend im Berliner Olympiastadion besser.

David Storl klatschte in die Hände und rang sich ein leichtes Lächeln ab. Seine  Gold-Serie bei Leichtathletik-Europameisterschaften ist gerissen. Der Deutsche musste sich im Berliner Olympiastadion mit Bronze und einer Weite von 21,41 Metern begnügen. Damit verpasste es der 28 Jahre alte Leipziger nach seinen Siegen 2012, 2014 und 2016, als erster Kugelstoßer vier EM-Titel nacheinander zu gewinnen. Dem zweimaligen Weltmeister fehlten 31 Zentimeter auf Michal Haratyk aus Polen. Zweiter wurde dessen Landsmann Konrad Bukowiecki (21,66).

Nach dem ersten Versuch klatschte Storl noch begeistert in die Hände. Mit seinen 21,41 Metern setzte er ein Zeichen an die Konkurrenz und ging klar in Führung. Doch Haratyk konterte, übertraf Storl im zweiten Durchgang deutlich. Mit jedem vergeblichen Versuch hockte er immer nachdenklicher auf seiner Bank, schaute auf den Boden. Und anders als bei seinem WM-Triumph von 2011, als er mit dem letzten Stoß noch Gold holte, gelang nicht mehr die Wende.

Trainerwechsel zahlt sich aus

In ganz großen internationalen Stadien-Wettbewerben hatte Storl zuletzt als Zehnter bei Olympia 2016 und Siebter der WM 2017 geschwächelt. Im April bewiese er als Silbergewinner bei der Hallen-WM hingegen wieder seinen Aufwärtstrend. "Er ist inzwischen auf einem völlig anderen Niveau", sagte sein Trainer Wilko Schaa, mit dem Storl seit Herbst 2017 trainiert, in Berlin. Der Wechsel anach der Trennung von seinem langjährigen Coach Sven Lang war einer der Schlüssel zur Rückkehr Storls in Richtung Bestform.

Durch weniger Versuche im Training und dosiertes Krafttraining stößt er nach einer chronischen Entzündung und erfolglosen Operationen wieder ohne Schmerzen im Knie. Im Gegensatz zur übrigen Weltspitze hat er allerdings nicht auf die Drehstoßtechnik umgestellt, sondern gleitet beim Stoßen durch den Ring an. Bei der Qualifikation auf dem Breitscheidplatz hatte Storl noch sein Siegpotenzial angedeutet. Während zahlreiche Top-Athleten vor ungewohnter Kulisse schwächelten, erledigte der Routinier seine Pflichtaufgabe mit Bestweite von 20,63 Metern locker im ersten Versuch.

 "Ich vertraue auf die Erfahrung der vergangenen Jahre", erklärte Storl seine Herangehensweise an die Heim-EM. "Das lernt man als gereifter Athlet, dann einzuschätzen, wie das sein wird, eine EM zuhause zu absolvieren. Ich glaube, dass ich einen Vorteil habe durch die WM 2009." Vor neun Jahren scheiterte Storl im Berliner Olympiastadion als 19-Jähriger noch klar in der Qualifikation - und holte nun an gleicher Stelle zumindest noch Bronze.

Quelle: n-tv.de, Florian Lütticke, dpa