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Schon 40 Euro sind zu vielDeutsche Diskuswerfer nach "dummer" Wette verurteilt

29.01.2026, 14:53 Uhr
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Henrik Janssen wettete auf einen Kollegen - ein Riesenfehler. (Foto: dpa)

Zwei deutsche Diskuswerfer nehmen nicht nur an der Weltmeisterschaft teil, sondern wetten auch auf ihre Teamkollegen. Kleine Summen werden gesetzt - doch schon die sind zu viel. Denn Wetten sind verboten und ziehen eine Strafe nach sich. Beide zeigen Reue.

Die deutschen Diskuswerfer und WM-Teilnehmer Henrik Janssen und Steven Richter sind wegen Verstößen gegen die Wettregeln des Leichtathletik-Weltverbands World Athletics jeweils für drei Monate auf Bewährung gesperrt worden. Das teilte die unabhängige Integritätskommission (AIU) des Weltverbands mit.

Den Angaben zufolge hatten Janssen und Richter für Wettkämpfe bei den Weltmeisterschaften in Tokio im vergangenen Jahr Wetten auf Teamkollegen abgeschlossen. Janssen soll drei Wetten im Gesamtwert von 100 Euro abgeschlossen haben. Bei Richter habe es sich um eine Wette in Höhe von 40 Euro gehandelt.

Beide räumten die Verstöße ein und erklärten, sie hätten nicht gewusst, dass solche Wetten verboten sind. Weitere Einsätze hätten sie nach entsprechenden Hinweisen nicht mehr getätigt. Außerdem hätten sie erfolglos versucht, ihre Wetten zu stornieren. Der Mangel an Aufklärung über Wetten und die Geständnisse sei strafmildernd gewesen, hieß es von der AIU.

"Was für ein idiotischer Blödsinn!"

"Wir haben uns im Precamp im TV gemeinsam die Wettbewerbe in Tokio angeschaut und spontan aus einer Laune heraus ein paar Wetten platziert. Was für ein idiotischer Blödsinn! Diese fünf Minuten bereuen wir extrem", sagte Janssen laut Mitteilung des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV). Teamkollege Richter sagte: "Als klar war, dass das falsch ist, haben wir versucht, die Wetten zu annullieren. Aber dies ging nicht mehr. Unser Verhalten war extrem dumm. Wir bereuen diesen Schritt und entschuldigen uns nur aufrichtig beim gesamten Team." Er erklärte zudem: Man habe "blöderweise die Athletenvereinbarung nicht richtig gelesen, das war ganz klar unser Fehler". "Wir dachten, wir dürfen nur nicht auf unsere Diskuswettbewerbe setzen. Als klar war, dass das falsch ist, haben wir versucht, die Wetten zu annullieren. Aber dies ging nicht mehr."

Jörg Bügner, DLV-Vorstand, sagte laut Mitteilung: "Selbstverständlich akzeptieren wir die Entscheidung der AIU - die Integrität des Sports steht für uns über allem. Dieser Vorgang trifft uns sehr, auch die beiden Athleten waren am Boden zerstört." Er betonte: "In der Euphorie vor der WM haben sie nach eigener Aussage unbedachte Spaßwetten auf andere Disziplinen bei einem Online-Anbieter abgeschlossen." Eine Konsequenz daraus ist, dass der DLV "seine Athletenvereinbarung anpassen und noch stärker für diese wichtige Thema sensibilisieren" wird.

Bei der WM in Tokio war Richter in der Qualifikation ausgeschieden, Janssen belegte im Finale ohne gültigen Versuch den zwölften Platz, ein Jahr zuvor bei den Olympischen Spielen in Paris scheiterte der 27-Jährige in der Qualifikation. Beide müssen nun ein E-Learning des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zur Prävention von Wettbewerbsmanipulation absolvieren.

Null-Toleranz-Politik als Begründung

"Die Regeln von World Athletics zu Wetten sollen sicherstellen, dass die Ergebnisse in unserem Sport ausschließlich durch Leistung bestimmt werden. Die AIU verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verstößen gegen die Wettregeln, da diese das Herzstück der Integrität des Sports treffen", erklärte AIU-Chef Brett Clothier. Die Sanktionen seien eine "klare Erinnerung", dass es in der Leichtathletik keinen Platz für Wettverstöße gebe.

Neben den beiden deutschen Sportlern wurde auch die französische Mittelstreckenläuferin Aurore Fleury sanktioniert. Sie setzte bei den Europameisterschaften 2024 in Rom 2000 Euro auf eine Teamkollegin und gewann 5000 Euro. Fleury wurde mit einer sechsmonatigen Sperre rückwirkend ab dem 1. September 2025 bestraft und muss eine Summe von 3000 Euro zahlen, die für wohltätige Zwecke gespendet werden soll.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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