Vom dunkelsten Moment seiner Eishockey-Karriere will Fabio Wagner nichts mehr wissen. "Ich habe dazu alles gesagt, der Blick geht nach vorne", erklärte der Nationalspieler der "Abendzeitung". Nach seinem folgenreichen Foul an Ingolstadts Edwin Tropmann, der monatelang mit den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas zu kämpfen hatte, steht der Verteidiger von Red Bull München vor seiner Rückkehr.
Am Sonntag läuft die 14-Spiele-Sperre ab, bei den Schwenninger Wild Wings (16.30 Uhr/MagentaTV) darf Wagner erstmals seit über einem halben Jahr wieder in der Deutschen Eishockey Liga auflaufen. Das Wiedersehen mit Tropmann am Freitagabend beim Derby der Münchner gegen den ERC kam für den Abwehrmann noch zu früh, vielleicht wollte es das Schicksal so.
"Das Wichtigste ist, dass der Edwin wieder gesund ist und wieder spielt", sagte der frühere Ingolstädter Kapitän Wagner. Im vierten Viertelfinalspiel der Playoff-Serie der Rivalen im März hatte der 31-Jährige seinen Gegenspieler abseits des Pucks brutal niedergecheckt. Tropmann blieb bewusstlos auf dem Eis liegen, die Nacht musste der Youngster auf der Intensivstation verbringen.
Zweitlängste Sperre der DEL-Geschichte
Nach seiner Attacke, die die zweitlängste Sperre der DEL-Geschichte nach sich gezogen hatte, wurden Wagner und seine Familie Opfer von Anfeindungen im Internet. Der 22 Jahre alte Tropmann ist mittlerweile auf das Eis zurückgekehrt - und auch Wagners Comeback steht bevor. "Ich freue mich natürlich darauf, dass ich in Schwenningen wieder in der DEL spielen kann", sagte Wagner den "Eishockey News".
Trotz des Fouls und einiger kritischer Stimmen stand Wagner im WM-Kader des damaligen Bundestrainer Harold Kreis in der Schweiz, auch in den Vorbereitungsspielen der Münchner durfte er mitmischen. "Deshalb", erklärte Wagner, "kam mir die Zeit auch nicht ganz so lange vor".
